Zitat:
Nach diesem Datum wurden Revolver und Pistolen, die Patronen (Zünder+Hülsen+Geschoss in einem) verfeuern konnten, entwickelt!
Nicht wirklich. Das war schon ein paar Jahre vorher.
Der wohl erste "ernsthafte" Patronenrevolver dürfte wohl der von Smith & Wesson 1856 auf den Markt gebrachte "Model 1" sein. Kaliber: .22 kurz. Ein niedliches Gerät: Einem Erwachsenen passt es locker auf die Handfläche mit seinen 17-18 cm Länge. (je nach Version, es gab drei davon wobei die dritte zwischen 1869 und 1878 (?)produziert wurde, dort ist es so dass sie je nach Seriennummer frei ab 18, oder WBK pflichtig sind

)
Und schon vorher gab es sicherlich 6mm Flobert Pistolen, denn aus der 6mm Flobert hat Smith & Wesson erst die .22 kurz entwickelt indem sie die Hülse verlängert und etwas Schwarzpulver reingeschüttet haben. (Auf den Patronenpackungen stand damals einfach "for Smith & Wessons No.1", die Kaliberbezeichnung .22 kurz kam erst später)
Irrwege der Waffengeschichte wie Teatfire, Cupfire etc. lassen wir mal bewusst aussen vor. Aber die .22kurz wird auch heute noch produziert. Dem Vernehmen nach sollen viele dieser alten Waffen moderne .22 kurz Patronen mit Nitro Ladung gut abkönnen, solange man nicht gerade Hyper Velocity Patronen verschiesst, die es auch für .22 kurz gibt. Und nat. solange die Waffe in einem guten Zustand ist.
Auch in anderen Randfeuerkalibern die heute obsolet sind gab es schon vor 1871 allerlei Revolver, Pepperboxes und Derringer.
Soweit ich weiss kam die Datumsgrenze 1871 durchs WaffG 1931 zustande, damals hat man sich wohl einfach gesagt: was 60 Jahre alt ist und älter, das ist sicher minderwirksam.
1873 kam der Colt SAA auf den Markt, und auch der deutsche "Reichsrevolver" in .44 Russian. Sicherlich wollte man solche "moderne" Revolver bereits ausschliessen, die alten und teils (Kalibermässig: .32RF .41RF .44RF) obsoleten Randfeuer Waffen hat man aber nicht reglementiert, genausowenig die "überholten" Vorderlader.
Und so gibt es auch heute noch einige alte Patronenrevolver frei ab 18 zu kaufen, wie:
Smith& Wesson No.1 .22kurz (7 Schüssig)
Smith & Wesson No.2 .32rimfire (5 Schüssig)
Smith & Wesson No. 1 1/2 .32 rimfire (5 Schüssig)
Remington Rider Pepperbox .22 kurz ( 5 Schüssig) (gab es auch in .32 RF)
Sharps Pepperbox .22 kurz /.32RF und ich glaube auch .41 RF (4 Schüssig)
Colt Derringer .22kurz/.32RF/.41RF (einschüssig)
Allen & Thurber Sidehammer .22kurz (7 schüssig)
um nur einige wenige zu nennen. Dazu gab es noch hunderte(!) unlizensierte Nachbauten von "everyone and their mothers" die in Hinterhöfen und Kellern gebaut wurden und oft 1zu1 Kopien anderer Originale von renommierten Herstellern waren.
Zum Abschluss sei noch gesagt dass man die obsoleten Randfeuerkaliber wie .32, .41 und .44 heutzutage wiederladen kann.
Dazu nimmt man eine Messinghülse die am Patronenboden eine exzentrische Bohrung hat um ein 6mm Flobert Platzpatrönchen einzusetzen, und den Rest lädt man ganz normal wieder mit Schwarzpulver. Das einzige Manko ist dass beim einsetzen in die Waffe auf die Lage der Patrone etwas geachtet werden muss damit der Schlagbolzen auch an einer "scharfen" Stelle aufschlägt.
http://www.Dixiegunworks.com bietet solche an, ebenso wie
http://www.hc-collection.com (aus Frankreich?)
Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt....
lg MRS