"SICHERHEIT" 19.02.2008
Landesweit zu wenig Polizisten
Viele Dienststellen der Salzburger Polizei sind chronisch unterbesetzt. Oft sind nur halb so viele Beamte vorhanden wie im Stellenplan vorgesehen. Polizeichef Ernst Kröll will mehr junge Beamte einstellen. Gewerktschafter sind skeptisch.
Kröll, Chef der Salzburger Polizei Oft nur die Hälfte vorhanden
Landespolizeikommandant Ernst Kröll kündigt an, die Löcher im Stellenplan würden bald gestopft. Die Personalnot in der Salzburger Polizei ist gravierend. Zum Beispiel im Pinzgau: Hier sind von elf Dienststellen nur zwei vollständig besetzt. In Kaprun arbeiten nur neun Beamte statt planmäßig zwölf. In Rauris sind es zwei statt vier.
Ähnliches zeigt sich auch in allen anderen Bezirken. Und in der Landeshauptstadt fehlen insgesamt 24 Beamte. Auch in der Polizeiinspektion Henndorf (Flachgau) leisten nur zwei statt vier Polizisten ihren Dienst.
Kröll verweist auf Leute in Ausbildung
Diese Liste lässt sich lange fortsetzen. Viele der insgesamt 65 Dienststellen im Land seien chronisch unterbesetzt, heißt es aus der Personalvertretung. Landespolizeikommandant Ernst Kröll bestätigt, dass es vorwiegend bei kleineren Dienststellen zu wenig Personal gebe: "Da ist das natürlich gravierend. Auf anderen Dienststellen haben wir wieder mehr Personal. Wenn auf kleineren Standorten vier Leute systemisiert und nur zwei da sind, dann ist es schon etwas problematisch. Wir werden da gegensteuern."
Gegensteuern will Kröll mit mehr jungen und zusätzlichen Polizisten. Derzeit seien rund 100 in Ausbildung: "Die kommen rechtzeitig zur Europameisterschaft."
SPÖ-Gewerkschafter: "Nullsummenspiel"
Stimmt nicht, entgegnet der sozialdemokratische Personalvertreter Franz Ellmauthaler. Seinen Informationen nach kommen vor der EM im Juni nur 23 Jungpolizisten aus der Ausbildung, der große Rest erst im nächsten Jahr.
Außerdem gingen pro Jahr 35 Polizisten in Pension und Dutzende Beamte müssten Sonderaufgaben erfüllen. Damit sei Krölls Rechnung mit 100 jungen Beamten für die Personalvertretung nahezu ein Nullsummenspiel.
"Größere Dienststellen gleichen aus"
Da fragen sich viele, ob der chronische Mangel an Beamten ein massives Sicherheitsproblem ist? Nein, sagt Ernst Kröll:
"Wir gleichen das Manko mit mobilen Kräften und mehr Patrouillen von den größeren Dienststellen her aus. Wenn zum Beispiel in Maria Alm ein Defizit entsteht, dann wird das von Saalfelden abgefangen."
125 Leute weniger als eingeplant
Insgesamt sieht der Stellenplan für das Bundesland 1.515 Polizisten vor. Tatsächlich im Dienst sind derzeit 1.390, also 125 weniger als geplant bzw. notwendig.
Quelle:
http://salzburg.orf.at/stories/257840/