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 Betreff des Beitrags: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 17. März 2011, 20:12 
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Seit einiger Zeit plane ich, mir einen Fairbairn-Sykes Dolch zuzulegen, und zwar ein authentisches Exemplar der britischen Armee. Momentan besitze ich nur einen –allerdings sehr hochwertigen – Nachbau mit Karbonstahlklinge . Ein foto von dem Ding erspar ich euch.

Da Ich ein Fan von Informationen aus erster Hand bin habe ich getreu dem Motto „…Sie kehren zu der Quelle in Lieb und Freude hin….“ beim britischen Verteidigungsministerium angefragt, was Hersteller, Verwendung und Einsatzerfahrungen betrifft.
Ich staunte nicht schlecht , als ich von dort eine recht ausführliche Antwort bekam . Von anderen Ländern (D, Ö,….. ) bin ich das nicht gewohnt. Hier die Antworten vom Ministry of Defence (MOD) in zusammengefasster Form:

( Kurios am Rande: Macheten, Tauchermesser usw. sind in der britischen Armee offenbar als Werkzeug klassifiziert.) :shock:

“……..The knife is made by George Ibberson Ltd who is based in Sheffield; however it dates back to before the Second World War and consequently will have been supplied by other manufacturers in the past. I can confirm that the Fairbairn-Sykes fighting knife is not routinely issued but is still available for specialist use by the both the Royal Marine and Army Commandos within the British Armed Forces. We do not record data about the use of the Fairbairn-Skyes knife during operations. The knife currently carries no markings.
Knives that are no longer in use are registered on the Ministry of Defence (MOD) Disposal Contract as salvage. They would then be destroyed by the unit armourer so that they could not be used again and delivered as salvage to DSDA Donnington.
I have been able to find the MOD specification E/1323E and it is attached as requested.
The only other edged weapons in use by the British Armed Forces are bayonets and kukris. Bayonets are issued to all arms and services and the kukris are only issued to Gurkha units. There are other edged implements in-service which are classified as tools, such as the machete, divers’ knives, Gerber type multi-tools, clasp knives, ceremonial swords and numerous other designs. These are available for use across various arms and services…..”

Leider bekam ich dann von der Firma George Ibberson die Antwort, das sie seit dem WK2 keine Messer mehr an die Armee liefert….Die produzieren hauptsächlich Yacht - und Tauchermesser, sowie Essbestecke.

Ibberson ltd. gehört allerdings zu einer Firmengruppe (Egginton-Group) der auch die Firma William Rodgers angehört.
Die Nachfrage ergab, dass die Firma Rodgers auch tatsächlich den derzeit von den Britischen Commandos eingesetzten FS-Dolch fertigt .
Und zwar in einer zivilen ( ! ? ) Ausführung 180B und einer militärischen Version 180BMod.

Der Hauptunterschied zwischen den Ausführungen ist die Qualität und vor allem die exakte Lage des Schwerpunktes. Dessen Lage ist laut Lieferausschreibung genau festgesetzt, und kann bei Bedarf durch Variation des Knaufes abgestimmt werden. Auch die Lederscheide der militärischen Version unterscheidet sich in der Qualität von der Zivilen (LSMod.)

Von der Firma Rodgers wurde mir mitgeteilt, einen Verkauf ab Werk gibt es nicht, aber die Firma Böker in Deutschland hätte ihren „zivilen“ FS-Dolch 180B im Sortiment.
Die Version 180BMod. wird dagegen ausschliesslich an militärische Abnehmer verkauft. Der einzige auffindbare Lieferant von authentischen Stücken war der australische Generalimporteur, die Firma Pacific Bladeware welcher auch die Australischen und Neuseeländischen Truppen beliefert und mir auch promt antworte:

“….Thank you for your enquiry regarding the MoD FS Dagger. .....
The FS model in question is the Fairbairn - Sykes 180BMoD which is supplied not only to British Commando's but to Special Forces units globally. We as the Australian agents for Egginton Bros supply both Australian and NZ Commando's with the same knife….”

Die Dinger sind dort übrigens derzeit ausverkauft.

Ich werde also vorerst auf ein Originalstück verzichten, und mit meinem Nachbau vorlieb nehmen.

Wichtig jedenfalls für Sammler : Originalstücke tragen seit 1949 keinerlei Beschriftungen mehr (weder Hersteller-noch Truppenstempel) und werden nach der Ausmusterung vernichtet.

Seit 1949 beschafft die britische Armee ihre Commando-Dolche nach der Specification E/1323E, das mir sogar als Faksimile geschickt wurde. Ältere Liefernormen (aus der Zeit des Wk2) waren nicht mehr vorhanden. Interessant der Geheimhaltungsvermerk auf Seite 2 der anscheinend nachträglich eingefügt wurde.



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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 00:47 
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motta hat geschrieben:
( Kurios am Rande: Macheten, Tauchermesser usw. sind in der britischen Armee offenbar als Werkzeug klassifiziert.) :shock:

Spar´ dir deinen Schock, denn auch das österreichische BH kennt das "Feldmesser 78" nur als Werkzeug.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 13:33 
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Gott sei Dank, ansonsten könnte Frau. Mag.a (*g*) Ploner die Dinger noch als Kriegsmaterial einziehen lassen .... sind ja genug davon in zivilen Händen, eine unglaubliche Gefahr für die Sicherheit in dieser Bananenrepublik!

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 14:45 
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Da das Bundesheer derzeit keine Feinde hat, müssen halt welche im Ministerium selbst sitzen. Einer davon sitzt ja ganz an der Spitze. Die leisten aber wirklich gute Arbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 15:11 
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Und nicht zu vergessen, das noch "viel gefährlichere" FM-81 (das ist das mit dem Sägerücken)......................
grüsse
sousek, M.Nr. 718


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 17:22 
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sousek hat geschrieben:
Und nicht zu vergessen, das noch "viel gefährlichere" FM-81 (das ist das mit dem Sägerücken)......................
grüsse
sousek, M.Nr. 718


Stimmt. Damit kann der Wutbürger nämlich am Stuhl diverser unfähiger Politiker sägen ... eine Horrorvision. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 18. März 2011, 17:55 
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rhodium hat geschrieben:
sousek hat geschrieben:
Und nicht zu vergessen, das noch "viel gefährlichere" FM-81 (das ist das mit dem Sägerücken)......................
grüsse
sousek, M.Nr. 718


Stimmt. Damit kann der Wutbürger nämlich am Stuhl diverser unfähiger Politiker sägen ... eine Horrorvision. :lol:

Ihr habt absolut recht!
Das Modell 81 ist im Vergleich zum 78er die vollautomatische Version - zumindest beim Sägen! :oops: :P :lol: :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 21. März 2011, 01:12 
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Steirer hat geschrieben:
rhodium hat geschrieben:
sousek hat geschrieben:
Und nicht zu vergessen, das noch "viel gefährlichere" FM-81 (das ist das mit dem Sägerücken)......................
grüsse
sousek, M.Nr. 718


Stimmt. Damit kann der Wutbürger nämlich am Stuhl diverser unfähiger Politiker sägen ... eine Horrorvision. :lol:

Ihr habt absolut recht!
Das Modell 81 ist im Vergleich zum 78er die vollautomatische Version - zumindest beim Sägen! :oops: :P :lol: :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 8. März 2012, 22:29 
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Für Blankwaffen-Interessierte wärme ich hier einen uralten Thread wieder auf :

Bei mir ist nämlich vom anderen Ende der Welt ein Fairbairn-Sykes Dolch 180BMoD eingetroffen. Die heutige offizielle Ausrüstungsvariante britischer, australischer und neuseeländischer Commandotruppen. (Was mann sich nicht so alles gönnt :) )

Hergestellt wurde das Messer von der Firma W. Rodgers in Sheffield. Wie schon oben beschrieben, ist das Stück unmarkiert . Der Griff ist aus Messingguss, die Klinge aus offensichtlich handgeschliffenem Karbonstahl. Ob der Dolch irgendwie zum Wurf ausbalanciert wurde, so wie in der Abnahmebestimmung gefordert, kann ich nicht sagen. (Wäre auch ziemlich unsinnig). Die äußere Form entspricht ansonsten der 3rd Pattern Ausführung aus dem 2. Weltkrieg. Auch die Lederscheide ist seit den Kriegsjahren unverändert.

Der FS-Dolch war von Anfang an ausschließlich für den Kampfeinsatz gedacht, was ihm auch Kritik einbrachte. Die nadelspitzen Dinger eignen sich kaum für eine andere Verwendung . Die ersten Ausführungen der Firma Wilkinson (1st Pattern) waren übrigens ungeschwärzt und hatten polierte Klingen, wodurch man sich eine zusätzliche moralische Wirkung erhoffte.
Im Wk 2 erfolgte die Ausbildung der Commandos mit scharf geschliffenen Klingen . Dabei wurde nicht nur Trockentraining gegen imaginäre Gegner durchgeführt, sondern auch Übungen mit Trainingspartnern, wobei es mitunter zu schweren Unfällen kam. Diese wurden aber auf Betreiben von Major W.E. Fairbairn in Kauf genommen, um dem Training einen möglichst realistischen Stressfaktor zu verleihen.

Die Entstehungsgeschichte dieser Blankwaffe spiegelt die Anstrengungen der britischen Armee nach der Katastrophe von Dünkirchen wieder. Ein Großteil der Ausrüstung musste im bestzten Frankreich zurückgelassen werden und man versuchte, mit einfachen verfügbaren Mitteln ein neues Heer auszurüsten. Andere typische Beispiele aus der Zeit sind z.b. die Sten-MP oder die berüchtigte Sticky-Bomb.
Soldaten mit FS-Dolchen waren außerdem ein häufiges Motiv für Propagandafotografen.
Daraus dürfte wohl zu verstehen sein, warum der FS- Dolch auch heute noch zur Ausstattung der Britischen Armee gehört.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 9. März 2012, 22:32 
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@motta:
Danke für den Beitrag!

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 11. März 2012, 18:44 
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@motta

In welcher Preisliga spielt das schöne Ding?

(gerne auch PN)

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 11. März 2012, 20:06 
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hallo,



Alles in allem kommt das Ding auf etwa 160 Euro.

Kaufpreis 135 Australische Dollar (1 AusD = ca 0,8Euro)+15 AUSD Porto , dazu kommt Einfuhrzoll ca 24 Euro und eine "Bearbeitungsgebühr" der Österreichischen Post von 10 Euro.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 13. März 2012, 22:40 
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Wunderschönes Teil!
Preis schreckt mich nicht - 1000 Schuß 9 Para kosten gleich viel und sind schneller weg! :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 27. April 2014, 15:16 
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Beiträge: 951
Falls es jemanden interessiert:

Die moderne Version der britischen Armee (ohne Beschriftungen) gibt es anscheinend auch in Deutschland:

http://www.herbertz-messerclub.de/messe ... cheide?c=3


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 Betreff des Beitrags: Re: Geheime Commando (Dolch)-Sache
BeitragVerfasst: 27. April 2014, 20:04 
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Registriert: 12. Januar 2006, 10:07
Beiträge: 4772
motta hat geschrieben:
Falls es jemanden interessiert:
Die moderne Version der britischen Armee (ohne Beschriftungen) gibt es anscheinend auch in Deutschland:
http://www.herbertz-messerclub.de/messe ... cheide?c=3

Habe schon etliche WK2 Originale in Museen herumliegen gesehen (leider immer hinter zu dickem Glas :D ).
zB. hier (sehr sehenswertes keines Privatmuseum): http://grand-blockhaus.com/
Bei allen Nachbauten sind die Lederscheiden immer am schlechtesten getroffen. Die Originalscheiden sahen immer komplett anders aus und meistens auch viel hochwertiger.


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