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BeitragVerfasst: 4. März 2007, 20:03 
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Hallo alle,

nachdem die Suchfunktion nicht wirklich das gebracht hat, was ich wissen will (wundert mich eigentlich), frag ich mal:

Ich sitz gerade im Jungjägerkurs, hab kürzlich eine schöne gebrauchte Büchse in .308 Win erstanden, und bin jetzt drauf gekommen, dass die Munition ganz schön teuer ist (ich weiss, .308 ist angeblich eh nicht so teuer - trotzdem isses viel).

Jetzt frag ich mich:

- Wann hat Wiederladen Sinn? (besonders Preislich, abgesehen von der Möglichkeit, sich Geschosse und Ladungen anzupassen)

- Was kostet der Einstieg?

- Was muss ich für eine fertige jagdlich recht universell nutzbare Patrone so in etwa an Zeit und Geld rechnen?

Ein Gespräch beim lokalen Büchsenmacher war recht unbefriedigend (kaum konkrete Auskünfte), deswegen hoffe ich auf mehr Infos von Euch,


lg digital

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 Betreff des Beitrags: Wiederladen
BeitragVerfasst: 4. März 2007, 20:46 
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Billige Surplus-Munition bekommt man in .308 Winchester etwa ab 350 Euro / 1000 Schuss. Das ist schwer zu unterbieten. Allerdings übertrifft sorgfältig wiedergeladene Munition diese Qualität natürlich leicht.

Gruss rhodium


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BeitragVerfasst: 4. März 2007, 23:06 
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ich nehme mal an, da er grad den jägerkurs fertig hat, wird er mit surplus nicht sonderlich glücklich werden was das jagdliche anbelangt.
zum gelegendlichen rumgeballere am stand ja, zum jagen auf wild eindeutig nö.
kosten zum anfangen sind ganz unterschiedlich, du kannst im internet für 200€ schon eine ausrüstung von lee bekommen oder du investierst gleich in eine semiprofiausrüstung und bist 500 und mehr los. auch wäre es von vorteil jemanden an der hand zu haben der dir da die ersten schritte live und in farbe zeigen kann.

andererseits, wenn dir die 308er jetzt schon zu sahnig vom preis her ist, warte mal ab was die zukunft bringt. meist bleibt es in der grünen zunft nicht bei einem kaliber, da kommt ganz schnell dann was rasanteres oder was schwereres dazu, stichwort 300 remmag, 338 lapmag, und wie die alle sonst noch heissen :? .

dann noch die stunden hinter der ladebank, die unzähligen fahrten auf´m stand, das fustrierte zusammenpacken nach erfolglosem ladungstesten,...
:wink:


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BeitragVerfasst: 4. März 2007, 23:54 
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Hallo digital!

Du hast eine „brave“ Kugel, Jagdmunition ist Hochleistungsmunition und kann daher nicht günstig sein. Wiederladen hat aus diesem Grund durchaus Sinn, es sind jedoch einige Anschaffungen und einiges Lesen vor dem Stopfen erforderlich. Das ganze Equipment ist zu Beginn nicht gerade billig, rechnet sich aber auf Dauer.

Grundsätzlich verhält sich Kaufen von Fabrikmunition und Wiederladen wie Miete und Eigentum.

Der Witz an der Sache ist der, daß Du für Deine Waffe optimierte Munition herstellen kannst (Präzision, Reichweite, oder Fertigen günstiger Übungsmunition, also reduzierte Ladungen).

Das Teure ist letztlich das Geschoß, da es das Wild möglichst schnell töten soll, nur beim Üben am Schießstand ist schade drum, es reicht ein Scheibengeschoß. Genauso mußt Du dich am Schießstand nicht mit hantigen Gebrauchsladungen herumquälen (Rückstoß!), das läßt sich durch Wahl eines geeigneten Pulvers und der Menge minimieren. Umgekehrt kannst Du durchaus Ladungen fertigen, die leistungsmäßig am oberen Ende angesiedelt sind und aus Deiner Waffe höchste Präzision und Einsatzreichweite bringen. Soviel zur Theorie, jetzt zur Praxis.

Aus meiner Sicht brauchbare Bücher sind: „Wiederladen“ / Ruag (früher RWS), „Wiederladen“ / DEVA, „Wiederladen“ / Haendler & Nathermann, Ladedatenbücher von Hornady, Norma, Vihtavuori und Hogodon uvm… --> habe mittlerweile einiges an Fachliteratur (Außerdem gibt’s im Internet ausgezeichnete Artikel, und Freunde in der Umgebung die auch selber laden).

Sinnvoll ist auch das Programm „Quickload“ zum Erstellen und Simulieren von Ladungen.

Was wird noch benötigt: Eine stabile Presse (und eine stabile Platte/Tisch zur Montage), für das Laden von Büchsenpatronen reicht durchaus eine Einstationenpresse (z.B: Rockchucker). Weiters eine Pulverwaage, eventuell auch ein Pulverdosiergerät (muß nicht sein, man kann auch einzeln abmessen), Feindosiergerät, Zündhütchenwendebox und eventuell Setzer, Pulvertrichter, eine Schiebelehre (bitte keine vom Supermarkt oder so!), den Matritzensatz – in Deinem Fall im cal .308, eventuell Matritzenretter, Ladebrett, Fettkissen, Entladehammer, Hülsenreiniger, Trimmer und Hülsenmundentgrater. Ich hoffe, ich hab´ soweit nichts Grobes vergessen…

So, jetzt hast Du die Ausrüstung, jetzt kommen die eigentlichen Komponenten: Hülsen, Zündhütchen, Pulver, Geschoße. Je nachdem was Du machen willst, wählst Du die einzelnen Komponenten. Hier ist es hilfreich vorher verschiedene Kombinationen im Quickload zu rechnen. Die Druckverläufe, das möglichst vollständige Verbrennen des Pulvers im Lauf und letztendlich die erreichbare Mündungsgeschwindigkeit geben Aufschluß über sinnvolle Ladungen.

Hast Du Dich für eine Ladung entschieden, so lade eine „Ladungsleiter“. Mit dieser stellst Du am schnellsten fest, welche Ladung Deine Büchse „mag“. Lies hier: http://home.snafu.de/l.moeller/Ladungsl ... leiter.htm

Anmerkung: Die Möllerseite halte ich überhaupt für genial, soviel Info gibt´s im deutschsprachigen Raum nirgends!

Bist Du Deiner Ladekünste nicht sicher, so laß´ Deine Patronen am Beschußamt überprüfen (kostet nicht viel). Normalerweise rechnet Quickload auf der sicheren Seite, hüte Dich jedoch vor abgebrochenen Ladungen langsamer Pulver!

Du siehst diese Materie ist sehr komplex, läßt sich nicht mit ein paar Zeilen abhandeln. Die „Erstausrüstung“ ist relativ günstig über Angebote diverser Waffengeschäfte erwerbbar, der eigentliche Spaß beginnt erst danach.

Zum finanziellen Aufwand: Wiedergeladene Munition ist (je Komponenten und wenn Du die Ausrüstung hast) um die Hälfte der Kosten von Fabrikmunition machbar, das Hobby kostet allerdings Zeit. Ach ja, Zeit: Nimm Dir im eigenen Interesse zum Laden Zeit, denn die letzten Worte könnten sein: „Ich wollte mal schnell…“

Willst Du Dir das Alles (noch) nicht antun, so kaufe Scheibenmunition zum Üben und kauf´ Dir extra Jagdmunition. Schießt Die Muni gut aus Deinem Lauf, so kaufe von diesem Los gleich eine größere Menge (und sammle die Hülsen für später…)

Weidmannsheil, JPC 200

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BeitragVerfasst: 5. März 2007, 00:45 
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JPC200 hat geschrieben:
hüte Dich jedoch vor abgebrochenen Ladungen langsamer Pulver!

Was ist eine abgebrochene Ladung?


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BeitragVerfasst: 5. März 2007, 08:56 
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Hallo M16!

Verzeih den "Jargon". Unter abgebrochener Ladung versteht man das schrittweise Reduzieren von für Patronen vorgesehenen Ladungen.

Problematisch werden faule/langsame Pulver (siehe unter Pulverlebhaftigkeiten) bei Ladedichten unter die Mindestangaben der Hersteller durch die nicht mehr gleichmäßige, vollständige Verbrennung. Es kann hier zu unkontrollierbaren Verbrennungsvorgängen bis zur Explosion kommen...

Will man Schwachladungen produzieren, so sind schnellere Pulver angesagt, diese verhalten sich auch bei Ladedichten unter 50% unproblematisch. Für Magnumpatronen gibts dafür auch eigene Reduzierhülsen (z.B. Samereier).

JPC 200

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BeitragVerfasst: 5. März 2007, 10:18 
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Danke schön für die Antworten!

Könnt ihr mir noch sagen:

Bei Munitionswechsel muss ich doch jedes mal das Gewehr neu einschießen, nicht? (Nach den Postings frage ich mich: Stimmt das überhaupt, weil alle so frei von wechsel zwischen "Scheibenmunition" und "Jagdmunition" sprechen?)

Detto muss ich dann beim Wiederladen bei jeder Veränderung von Ladung oder Geschoss neu einschießen, nicht?

lg digital

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BeitragVerfasst: 5. März 2007, 10:24 
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Sorry übrigens für das Posten im falschen Forum.
Kann ein Admin den Thread vielleicht zu "Waffenkunde" verschieben und dann gleich diese "Verschiebebitte" löschen?

Danke!

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BeitragVerfasst: 5. März 2007, 11:21 
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Hallo digital!

Ja, bei Munitionswechsel sollte man neu einschießen. Meist sind die Unterschiede nicht so tragisch. Ich hatte damals mehrere Sorten und Geschoße von RWS/Hirtenberg/Blaser probiert, es war ein teurer Tag, ich wollte es halt wissen. Insgesamt erzielte ich Abweichungen, die auf 100m umschlossen nicht mehr als 4 cm ausmachten, jagdlich ist das total in Ordnung. Ist aber laufabhängig, jeder Lauf schießt anders. Manche Läufe sind sehr empfindlich, vertragen manche Munition überhaupt nicht und streuen wie Gießkannen, andere schießen mit sämtlicher Munition sehr gut. Auch hier gilt: Viel probieren (was das Hobby nicht gerade günstiger macht).

Hast Du Munition erworben, die aus Deinem Lauf nicht gut schießt (> 5 cm/100 m) ist das kein Beinbruch. Du kannst sie beim Üben auf den laufenden Keiler verschießen, die Präzision ist hier nicht so wichtig.

Beim Wiederladen ist die Dokumentation Deiner Ladungen äußerst wichtig. Jede Veränderung einzelner Komponenten bewirkt andere Drücke und/oder Änderungen des Trefferbildes. Hast Du beim Schießen der Ladungsleiter sogenannte „süße Flecke“ festgestellt, so kannst Du innerhalb dieser Grenzen Ladungen ohne wesentliche Treffpunktverlagerungen ändern und optimieren.


Tip: Schau Dir mal ein einschlägigen Katalogen Munition von Sako und Geco näher an, die .308 ist bei diesen Herstellern preislich sehr interessant.

JPC 200

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