Aktuelle Zeit: 19. Januar 2018, 01:40

Alle Zeiten sind UTC+02:00




Forum gesperrt  Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 31 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige 1 2 3 Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 17:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 1. September 2006, 09:04
Beiträge: 58
Wohnort: Niederösterreich
Dave hat geschrieben:
Ob hier im Forum Unfallchirurgen vertreten sind ?

warum nicht ? 8)


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 18:58 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30. März 2006, 20:39
Beiträge: 155
Wohnort: Wien
Was bei geringen Distanzen oder gar anliegender Mündung nicht zu unterschätzen ist, ist die Verunreinigung des Wundkanals mit den austretenden Pulverresten und -dämpfen.

Diese ist in Bezug auf die spätere Wundheilung oft noch viel "störender" als ein nur perforierendes Projektil, und kann auch nach mehrmaligen Spülungen des gesamten Schußkanals noch zu deutlich verzögerter Heilung führen.

Was ich aus Erzählungen eines Unfallchirurgen gehört habe, der zeitweilig in Kapstadt gearbeitet hat, wird dort - so nicht massive Blutungen und Gefäßverletzungen vorliegen - der Verletzte vorerst einfach "zugemacht", und abgewartet & beobachtet, was dort ausgesprochen gut läuft. (Gedärm ist bei mäßigen Geschwindigkeiten Weltmeister im Ausweichen) Viele der Projektile kommen letztendlich nahe der Haut zu liegen, und können dann relativ einfach entfernt werden.

Bei uns ist das laut gleicher Quelle ganz anders, da hier ja unglaublich versierte Mediziner am Werk sind (wahre Götter in Weiß mit unglaublich viel Erfahrung bei Stich- & Schußverletzungen) wird hier sofort jedem noch so kleinen Schaß nachgestierdelt bis zum Gehtnichtmehr, ob es Sinn macht oder auch nicht, egal ob damit noch mehr zerstört wird...

LG, Gü

_________________
IWÖ-Mitgliedsnummer 5265


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 18:59 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 20:20
Beiträge: 623
Hier ist der Artikel vom Dr. Fackler über Wundballistik und verbreitete Irrtümer darüber: http://teapot.usask.ca/cdn-firearms/Fackler/wrong.html

_________________
JLE

"Auf Ansbach Dragoner, auf Ansbach Bayreuth, schnall um deinen Säbel und rüste dich zum Streit. Prinz Karl ist erschienen auf Friedbergs Höhen sich das Preusische Heer mal anzusehen...."

IWÖ Mitgliedsnummer: 1304


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 19:15 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 8. Januar 2007, 12:21
Beiträge: 925
Wohnort: ex Tiroler, Neo-Südburgenländer
was ist eigentlich am Gerücht dran dass die Amis in Vietnam Schussverletzungen mt Tampos (erst-) versorgt haben? Uns wollte man das beim BH als Fakt verkaufen, immerhin bei der Sankompanie....


:?:

_________________
Mitglieds-Nr:5567
"...Glück ist nur das Bereitstellen der Gelegenheit..."
"...nach FEST kommt AB..."
"...wer für alles offen ist kann nicht ganz dicht sein..."
"...ich kann mich nicht daran erinnern..."


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 19:20 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30. März 2006, 20:39
Beiträge: 155
Wohnort: Wien
Kommt drauf an, wo Du das Scheißerlein reinsteckst... :D

Bei Muskelverletzungen oder oberflächlichen Wunden ist das dann nix anderes als eine Tamponade - ein Druckverband, der Gegendruck auf das verletzte Gewebe erzeugt und die Blutungen so verringern bzw. stillen kann.

Kann sicher auch vor weiterer Verunreinigung offener Verletzungen gut sein.

LG, Gü

_________________
IWÖ-Mitgliedsnummer 5265


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 19:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 8. Januar 2007, 12:21
Beiträge: 925
Wohnort: ex Tiroler, Neo-Südburgenländer
Man hat uns halt gesagt (natürlich unter hämischem Gegrinse) dass das bei glatten Durschschüssen gut gewesen wär - Tampons gibts ja auch in unterschiedlichen "Kaliebern"...

_________________
Mitglieds-Nr:5567

"...Glück ist nur das Bereitstellen der Gelegenheit..."

"...nach FEST kommt AB..."

"...wer für alles offen ist kann nicht ganz dicht sein..."

"...ich kann mich nicht daran erinnern..."


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 22:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 20:20
Beiträge: 623
Bortak hat geschrieben:
Man hat uns halt gesagt (natürlich unter hämischem Gegrinse) dass das bei glatten Durschschüssen gut gewesen wär - Tampons gibts ja auch in unterschiedlichen "Kaliebern"...


Aber das Morphium nicht vergessen! Kann sonst sehr unangenehm werden dieses aufquellende Wattezeugs in eine permanente Wundhöle zu schieben und vor allem es wieder komplett rauszubekommen!
Die Bezeichnung "glatter Durchschuß" verleitet dazu sich das wie einen Schnitt durch eine scharfe Klinge vorzustellen aber bei schnellen Geschossen entsteht durch den hohen Staudruck an der Spitze und die damit einhergehende Beschleunigung des Gewebes zur Seite hin, viel zerrissenes Gewebe. Dieses ist zusammen mit Verunreinigungen die in die Wunde kommen (Schmauch am Geschoss, mithineingerisse Bekleidungsstücke, unsachgemäße Wundbehandlung) der Grund für Entzündungen und Komplikationen. Als es noch keine Antibiotika gab waren Schußverletzungen gefährlicher als heute. Insbesondere Verletzungen im Bauchraum mit Austritt von Darminhalt waren damals absolut tödlich.

_________________
JLE



"Auf Ansbach Dragoner, auf Ansbach Bayreuth, schnall um deinen Säbel und rüste dich zum Streit. Prinz Karl ist erschienen auf Friedbergs Höhen sich das Preusische Heer mal anzusehen...."



IWÖ Mitgliedsnummer: 1304


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27. Juni 2007, 22:29 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 21:14
Beiträge: 2113
Wohnort: Wien/Waldviertel
Bortak hat geschrieben:
...die Amis in Vietnam Schussverletzungen mt Tampos (erst-) versorgt haben? ..


Grundsätzlich hatte dein Bundesheer-Sani recht, aber kaum Englischkentnisse. Die Tampons die er meinte haben nichts mit OB oder Tampax zu tun. Ich weiß nicht wie die Dinger auf deutsch heissen(Kompressen?), aber das waren so eine Art Mullbinde, mehrere Lagen stark, mit extremer Saugkraft. Andere Möglichkeiten (starke schmerzstillende Mittel-auf Morphinbasis-wurden auch verabreicht) hatten sie direkt im Gefecht nicht. In Vietnam (sicher auch jetzt im Irak) hatte jeder US-Soldat eine Art Notfallpäckchen mit. Eine ordentliche Versorgung gabs dann erst im Lazarett.

cowroper

_________________
SASS # 66906, NRA # 168015547


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 07:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 21. März 2007, 21:58
Beiträge: 1703
Wohnort: Niederösterreich
Bortak hat geschrieben:
...die Amis in Vietnam Schussverletzungen mt Tampos (erst-) versorgt haben? ..


Schau mal hier:
http://rsasoldier.blogspot.com/2006/07/ ... d-kit.html


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 08:55 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 8. Januar 2007, 12:21
Beiträge: 925
Wohnort: ex Tiroler, Neo-Südburgenländer
ich habs mir auch so gedacht - so enträtselt sich manche Aussage, auch nach Jahren noch :lol:

_________________
Mitglieds-Nr:5567

"...Glück ist nur das Bereitstellen der Gelegenheit..."

"...nach FEST kommt AB..."

"...wer für alles offen ist kann nicht ganz dicht sein..."

"...ich kann mich nicht daran erinnern..."


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 10:27 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 19:53
Beiträge: 3476
QuikClot Verbände mit Blutgerinnungspulver sollen auch sehr effektiv sein, wenn sie richtig angewendet werden.

_________________
MgNr 3730

„Lösungen mathematischer Probleme werden nicht durch Abstimmung entschieden.“ – Marilyn vos Savant

"Ich trage eine Waffe weil mir ein Polizist zu schwer ist."

"L'Etat n'est plus nous."


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: schussverletzung
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 14:24 
Offline

Registriert: 5. Januar 2006, 03:28
Beiträge: 203
Wohnort: steiermark
guter thread ,als ehemaliger rettungssanitäter kann ich auf einiges zurückblicken,habe in meinen waffenbehältnissen tasche für kurzwaffen und tasche für langwaffe 2 bundesheerverbandpäckchen dabei,es gehen auch normale schnellverbände.für den fall der fälle.gunter hat bereits das wichtigste gesagt.wie bei allen sportarten,es kann immer was passieren,gerade beim schießsport ist vorsicht in erster linie angesagt.
krkonos

_________________
iwö.nr.-5234
nunquam retrorsum semper prorsum


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: schussverletzung
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 19:44 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 1. September 2006, 09:04
Beiträge: 58
Wohnort: Niederösterreich
Danke
für die vielen Antworten
man lernt nie aus.
mfg 8)


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. Juni 2007, 21:31 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 21. März 2007, 21:58
Beiträge: 1703
Wohnort: Niederösterreich
Es gibt schon medizinische Tampons ( Tampon ist französisch für das Englische Wort „plug“). Aber Frauen Tampons sind einfach zu bekommen, steril und günstig. Viele „Ops Medics“ (Bewaffnete Sanitäter) die ich gekannt hatte, hatten Frauen Tampons in ihrer medizinischen Kampfausrüstung. Auch viele Soldaten und Polizisten hatten einige Tampons mit Druckverbände bei ihren Kampfausrüstungen getragen. Blutungen konnte somit einfach gestopft werden, bis bessere medizinische Versorgung kam und endlich der Evakuierungshubschrauber.

Solche Innovationen, wie Frauen Tampons für Schusswunden, „Cling Wrap“ (Plastik Küchenfolie) für Wunden im Oberkörper und Lungen, Urin für Fuß und Stiefel Pilz und Kondome als Gewehrlauf Schutz, werden oft bei Leuten gesehen die auf dauernden Einsatz, oft ohne die nötigen Ausrüstung, sind.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29. Juni 2007, 14:24 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 30. August 2006, 17:07
Beiträge: 1378
Wohnort: früher Oberösterreich, jetzt bei Wr. Neustadt
Zitat:
Solche Innovationen, wie Frauen Tampons für Schusswunden, „Cling Wrap“ (Plastik Küchenfolie) für Wunden im Oberkörper und Lungen, Urin für Fuß und Stiefel Pilz und Kondome als Gewehrlauf Schutz, werden oft bei Leuten gesehen die auf dauernden Einsatz, oft ohne die nötigen Ausrüstung, sind.


zeigt meines erachtens auch für gelungenes mitdenken und erfahrung im detail. diese leute überleben im feld. denke an den "scherz" in einem us-flieger -> "don´t worry, but you are flying with the plane from the cheapest competitor" - was heißt (für die nichtengländer) -> "keine angst, aber du fliegst mit dem flugzeug des billigstanbieters"

und als gelernte österreicher wissen wir nur zu gut, dass unsere mil-ausrüstung teilweise nicht ganz up to date ist... :evil:

_________________
wo ist meine signatur hin?


Nach oben
   
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Forum gesperrt  Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 31 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige 1 2 3 Nächste

Alle Zeiten sind UTC+02:00


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de