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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 10:16 
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In der EMRK geht es aber eher um die Art des hoheitlichen Handelns per se als um die verwendeten Mittel. Ich meine, das ist einfach nicht die richtige Gesetzesgrundlage. Nicht einmal indirekt. Das recht auf Leben hat nichts mit der Sorte des inerten Geschoßes zu tun.

Wäre deine Auslegung korrekt, so würden zB diverse deutsche Länderpolizeien gegen die EMRK verstoßen, wo Deformationsgeschoße zur Standardausrüstung zählen.
Auch der Ausdruck "nicht letale Munition" ringt mir nur einen Lacher ab, um ehrlich zu sein. Wer sich mit modernem Geschoßdesign befasst, weiß, dass das Theme sehr komplex ist und die Geschichten von abgerissenen Gliedmaßen durch aus moderaten FFW verschossener Munition in das Reich der urbanen Legenden gehört. Aber ein "letaler Treffer" wird letal sein, egal mit welcher Munition.

Und natürlich stimmt das, was ich behaupte, in Bezug auf die verwendete Munition, was die nachfolgenden Beiträge bewiesen haben.

Unangekündigte Kontrollen der Reservemagazine etc. sind mir unbekannt, aber vielleicht gibts die wirklich.

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Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet wird für jene pflügen, die dies nicht getan haben.


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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 12:37 
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Deshalb werden diese alternativen Munitionssorten/Einsatzmittel im Englischen als "less lethal" bezeichnet. Wenn es ganz besonders blöd hergeht kann auch ein Plastikkugerl aus einer Softair eine tödliche Wirkung entfalten.

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„Lösungen mathematischer Probleme werden nicht durch Abstimmung entschieden.“ – Marilyn vos Savant

"Ich trage eine Waffe weil mir ein Polizist zu schwer ist."

"L'Etat n'est plus nous."


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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 13:11 
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Na dann haben unsere Ausbilder betreffend der EMRK-Umsetzung halt Unsinn erzählt und du hast Recht, wenn dir dann leichter ist! Du weißt besser Bescheid über die Intension des österreichischen Gesetzgebers sich abzusichern als vortragende Juristen und erklärst deren Auslegung als falsch, bzw. unterstellst, sie nehmen dazu die falsche Grundlage. Respekt, kann ich bei dir Nachhilfe vor meiner nächsten ÖR-Klausur nehmen? Oder besser nicht, ich will ja bestehen :mrgreen: !

Die Auslegungen in AT sind übrigens nicht ident mit denen in D!

Wenn das von mir beispielhaft angeführte Urteil näher betrachtet wird, sieht man, dass darin sehr wohl auch die zum Einsatz gekommene Munition angesprochen wird. Übrigens zitiert: ich hatte "möglichst nicht letaler Munition" geschrieben, also nicht nur einen Teil daraus zitieren, so dass daraus eine falsche Aussage wird.
Es gibt Munition, bei denen eine letale Wirkung eher angenommen werden kann als bei anderen. Beim Treffer im richtigen Körperteil verhält sich logischerweise jedes Geschoß tödlich. Die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten tödlichen Wirkung ist mit der in AT verwendeten Munition geringer und deshalb kommt genau diese zum Einsatz, obwohl die Einsatzkräfte dadurch eher gefährdet werden. Die Zonen eines absolut tödlichen Treffers minimieren sich gewollterweise mit dieser Munition im Verhältnis zur restlichen Körperfläche.

Meinen Sager zur Munition hatte ich oben schon begründet korrigiert!

Die Kontrollen laufen übrigen gerade wieder aktuell! Waffe und Reservemagazin müssen sich gemäß Vorschrift ja im einsatzbereiten Zustand im Waffenschrank befinden, auch das wird kontrolliert!


Zuletzt geändert von coronet am 19. Januar 2016, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 13:16 
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Zitat:
Deshalb werden diese alternativen Munitionssorten/Einsatzmittel im Englischen als "less lethal" bezeichnet. Wenn es ganz besonders blöd hergeht kann auch ein Plastikkugerl aus einer Softair eine tödliche Wirkung entfalten.
Auch die z.B. gerne bei Demonstrationen verwendete Gummigeschosse können am richtigen Körperteil tödlich wirken. Das ist aber das, was man dann als Schicksal bezeichnen kann, denn wie groß ist die Chance für solche Vorfälle!


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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 21:27 
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Gibt es ausser dem Preis noch weitere Gründe warum der gemeine (im sinne von "einfach" und nicht von "fies") Polizist nur die TM bekommt?
Die EMB sollten ja auch gut geeignet sein Felgen zu löchern im Vergleich zu den TM.

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Melius est stantem mori quam genibus nixum vivere.
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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 21:31 
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@coronet:
Ich wollte dir nicht in die Parade fahren. Tut mir leid, wenn es so angekommen ist.
Es stimmt aber, Juristen (Gesetzgeber etc), die mit der Materie oft nicht vertraut sind (damit bist nicht du gemeint), formulieren oft etwas seltsam. Und aus der Sicht eines Ballistikers klingt es vermutlich noch seltsamer.
Ich musste mich halt amüsieren über die "möglichst nicht letale Munition". Das weckt Assoziationen mit Wattebäuschen und Teepäckchen. War nicht persönlich gemeint.

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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 23:01 
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Kein Problem, das sind halt zwei verschiedene Sprachwelten! Die juristischen Auslegungen sind auch nicht immer oder zumindest schwer nachvollziehbar. Die Wattebäuschchen- und Teebeutelausstattung wäre dem Gesetzgeber am Liebsten, könnte ihm im Falle des Falles dann nämlich nicht an den Wagen gefahren werden.

@Ichi: beachte die aktuelle Diskussion betreffend der EMRK, welche u.a. einen Grund für die Verwendung der derzeitige Munition darstellt.
Ob der Preis so günstig ist, ist fraglich, handelt es sich doch um Sonderbestellungen, die in dieser Form normal nicht im Handel erhältlich sind (sie sollen als Behördenmunition eindeutig zuordenbar sein).

Felgen löchern wäre gut, denn leider funktioniert das Reifen zerschießen nicht so wie im Film. Wenn die Felge dabei nicht zerstört, oder zumindest durchlöchert wird, wird der wahrscheinlich einfach weiterfahren.


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BeitragVerfasst: 19. Januar 2016, 23:26 
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Zitat:
Kein Problem, das sind halt zwei verschiedene Sprachwelten! Die juristischen Auslegungen sind auch nicht immer oder zumindest schwer nachvollziehbar. Die Wattebäuschchen- und Teebeutelausstattung wäre dem Gesetzgeber am Liebsten, könnte ihm im Falle des Falles dann nämlich nicht an den Wagen gefahren werden.

@Ichi: beachte die aktuelle Diskussion betreffend der EMRK, welche u.a. einen Grund für die Verwendung der derzeitige Munition darstellt.
Ob der Preis so günstig ist, ist fraglich, handelt es sich doch um Sonderbestellungen, die in dieser Form normal nicht im Handel erhältlich sind (sie sollen als Behördenmunition eindeutig zuordenbar sein).

Felgen löchern wäre gut, denn leider funktioniert das Reifen zerschießen nicht so wie im Film. Wenn die Felge dabei nicht zerstört, oder zumindest durchlöchert wird, wird der wahrscheinlich einfach weiterfahren.
Welcher Teil der EMRK richtet sich gegen wirksame Munition?


Und das mit dem Reifen plattschießen weiss ich selber.
War auch mal im IWM (R.I.P.) drinnen.
Die einzige Waffe die den Reifen wirklich schnell und zuverlässig plattgemacht hatte war eine Schrotflinte mit FLG.
Durch die Lauffläche sind 9mm recht unzuverlässig, das schließt sich recht schnell wieder und die Luft geht nur ganz langsam raus.
Stahlfelgen sind für Bankräuber Pflicht, denn Alus bekommen selbst bei schwachen Kalibern schnell Löcher.
Wirkungsvoll gegen flüchtende Verbrecher sind da nur Hartkernmunition.

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BeitragVerfasst: 20. Januar 2016, 08:29 
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Die EMB macht mit einem Reifen kurzen Prozess. Sie stanzt ein sauberes mehrere mm großes Loch aus dem Reifen, egal ob Seitenwand oder Lauffläche.
TMFK oder VMRK machen ein Loch, welches wieder zugeht und aus dem die Luft nur langsam entweicht. Das sind jetzt halt Fakten, die ich durch eigene Versuche herausgefunden habe.
Felge habe ich nicht beschossen. Könnte ich aber nachholen, vielleicht schon morgen.

Die Polizeimunition gibts übrigens zu kaufen im Handel.
http://shop.rohofwaffen.at/ecommerce/pr ... ry_id=7765
Das Produktbild ist aber nicht zutreffend, das wurde bei den meisten Sorten eingefügt.

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BeitragVerfasst: 20. Januar 2016, 08:36 
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Steht schon oberhalb. Abgeleitet aus Art 2 (2) geht die öst. Legaslative auf Nr. sicher und will sich nichts vorwerfen lassen können. Deshalb gefährdet sie lieber die eigenen Einsatzkräfte - siehe die diversen Vorfälle, wo TäterInnen trotz mehrerer Körpertreffer weiter angriffen. Div. Gerichtsurteile, bzw. Untersuchungen nach tödlichen Schussabgaben (siehe auch o.a. Urteil) von der Exekutive geben der öst. Legaslitve leider Recht, da hier auch die Munitionswirkung in Betracht gezogen wurde. Und da ist AT mit der derzeit verwendeten Munition auf der sicheren Seite und der Schütze hat den schwarzen Peter.


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BeitragVerfasst: 20. Januar 2016, 08:40 
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Zitat:
Die Polizeimunition gibts übrigens zu kaufen im Handel.
Dabei handelt es sich um gleichartige Munition, nicht um die behördliche. Diese weist eigene Merkmale auf (z.B. anders eingefärbtes Zündhütchen)!


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BeitragVerfasst: 20. Januar 2016, 08:53 
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Der Schutzlack?

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BeitragVerfasst: 20. Januar 2016, 14:22 
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Ja!


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