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BeitragVerfasst: 10. Oktober 2016, 19:46 
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http://www.spiegel.de/wissenschaft/tech ... 15846.html
Zitat:
Er soll einen Terroranschlag geplant und sich dazu im Internet über die Herstellung von Bomben informiert haben. Der 22-jährige Syrer aus Chemnitz hatte Hunderte Gramm eines "hochgefährlichen Sprengstoffs" in seiner Wohnung gelagert. Um was für eine Substanz handelt es sich dabei?

Offenbar entdeckten die Fahnder große Mengen von Triacetontriperoxid, kurz auch TATP genannt. Es lässt sich aus den leicht erhältlichen Chemikalien Aceton, Wasserstoffperoxid und Schwefelsäure herstellen. Er ist auch als Acetonperoxid (Apex) bekannt - abhängig von den unterschiedlichen Bedingungen seiner Entstehung wie etwa dem verwendeten Katalysator. Weil zudem über das Internet auch Anleitungen zu finden sind, gibt es immer mal wieder Meldungen darüber, dass Zündler und Feuerwerksbastler damit experimentieren.

Doch in den Anleitungen wird mit großer Dringlichkeit davor gewarnt, dass das Pulver, das erst nach stundenlanger Reaktion entsteht, hochexplosiv sei. Reibung, Stöße, Wärme oder Funken könnten TATP zur Explosion bringen - und auch schon beim Mischen kann die tödliche Gewalt freigesetzt werden.

Wenn also tatsächlich, wie ZDF und "Bild" berichten, TATP in der Wohnung im Chemnitzer Fritz-Heckert-Gebiet gefunden wurde, in der ein Sondereinsatzkommando am Samstag den inzwischen gefassten Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr suchte, dann hatten die Nachbarn in dem Wohngebiet Glück, dass ihnen nichts passiert ist.

TATP tötete schon bei etlichen Anschlägen

Die "Süddeutsche Zeitung" beschreibt die Wohnung als "regelrechte Bombenwerkstatt", in der Ermittler 500 Gramm eines fertigen Sprengstoff-Laborats gefunden hätten - und darüberhinaus etwa ein Kilo weiterer Chemikalien, die sich als Zutaten dafür eigneten.

TATP wurde bei zahlreichen Terroranschlägen der jüngeren Zeit verwendet. So wurden im Versteck der Attentäter von Brüssel TATP und Zutaten dafür entdeckt. Auch in den Sprengstoffgürteln im Pariser Bataclan wurden TATP-Rückstände gefunden. Britische Bombenbauer wollten den Sprengstoff 2006 in Passagiermaschinen schleusen. Fahnder nennen TATP "die Mutter des Satans". Seine Sprengkraft wird mit bis zu 88 Prozent der Sprengkraft von TNT angegeben.

Da TATP nicht besonders geruchsintensiv ist, ist der Stoff mit herkömmlichen Suchmethoden nicht zu erkennen. Der SPIEGEL berichtete im Februar, dass Spürhunde der Bundespolizei nicht mehr auf den Sprengstoff abgerichtet würden.

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Ein feste Burg ist unser Gott! (Martin Luther)

"Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta."

(Peter Scholl - Latour)


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BeitragVerfasst: 10. Oktober 2016, 20:21 
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Zitat:

In Zukunft wird man das nur mehr mit Schießmittelschein bekommen, welcher - o wunder - an den Nachweis eines Bedarfs geknüpft ist.
..
Auch das steht nirgends geschrieben, also auch nur Panikmache. Änderungen sind vorgesehen ja, aber nicht so wie hier dargestellt.

Ich gehe jetzt sogar einen Schritt weiter und behaupte mal dass es nicht so verkehrt wäre eine Prüfung für das Laden für Patronen mit Schießmittel ablegen zu müssen. Wenn etwas Sinn macht und der Sicherheit für Leib und Seele dient dann ja, aber nur daran zu knüpfen ob man Sportschütze oder in einem Schützen Korps ist finde ich völligen Quatsch.
Es gibt einige die neu zum Laden anfangen und von Glück reden dürfen dass noch nichts passiert ist. Mir persönlich wäre es lieber wenn ja viele viele Schützen weiterhin ihr Augenlicht und gesunden Hände behalten als umgekehrt weil ein Unfall aus Unwissenheit passiert ist.

Wir werden noch jeden einzelnen Schützen brauchen!

Beste Grüße

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BeitragVerfasst: 10. Oktober 2016, 21:27 
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Prüfung? Sicher nicht!
Es gehört zum Erwachsensein dazu, sich selbst darum zu kümmern, dass richtig Dinge funktionieren.
Dazu gehört auch, einen Kurs zu besuchen, wenn ich mich nicht auskenne und sowie auch seine Testladungen zum Beschussamt zu schicken, um die Ergebnisse zu überprüfen. Dabei hilft nämlich keine Prüfung und auch kein Nachweis und kein Nachweis für den Nachweis. :idea:


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BeitragVerfasst: 10. Oktober 2016, 21:36 
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Das ist deine Meinung, nicht aber meine!

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BeitragVerfasst: 11. Oktober 2016, 01:19 
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Zitat:
Das ist deine Meinung, nicht aber meine!
Die Hürden, um Wiederlader zu werden, sind sehr hoch! Wer was spektakuläres mit annehmbarem Aufwand haben will, baut Böller.

Wiederladen tut keiner, weil es ihm heute in den Sinn kommt, er morgen das Werkzeug und die Verbrauchsmittel kauft (ist gar nicht alles lagernd, vermutlich), schnell noch ein paar Hülsen aufklaubt, das Hütchen hineinklopft, Pulver nach Gefühl einfüllt und ein Geschoss draufdrückt. Bis man weiß, welches Werkzeug, wie damit umgehn usw. dauert es recht lange. Bis dorthin hat man sich so nebenbei durch einiges durchgelesen und ganz automatisch viel gelernt, ist sensibel geworden. Kein Mensch kann mit dem passenden Equipement, wenn es vor ihm steht, irgendwas sinnvolles anfangen, geschweige denn, es aussuchen. Ist auch nicht billig. Es gibt recht wenige, die sich das antun, einfach, weil es mühsam ist und einen Menschen voraussetzt, der Liebe zum Detail, zum Vollkommenen hat. Wiederladen reizt keinen oberflächlichen Menschen. Wer einen Spoiler aufs Auto schraubt, hat es nicht getunt. Wer einen Wagen tunt, hat vorher viel Wissen erworben, steckt viel Mühe hinein, so zum Vergleich. Beim Wiederladen schlummert weniger Gefahr als beim Fischen (in das Wasser fallen, Auge mit Haken herausstechen, eine Handgranate haken und beim Drill den Splint entfernen, vom Killerkarpfen tödlich gebissen werden...)

Böllerunfälle kenne ich viele, Wiederladerunfälle kaum.

approach_lowg, bist du Wiederlader?


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BeitragVerfasst: 11. Oktober 2016, 08:03 
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Zitat:
Zitat:
Das ist deine Meinung, nicht aber meine!
Die Hürden, um Wiederlader zu werden, sind sehr hoch! Wer was spektakuläres mit annehmbarem Aufwand haben will, baut Böller.

Wiederladen tut keiner, weil es ihm heute in den Sinn kommt, er morgen das Werkzeug und die Verbrauchsmittel kauft (ist gar nicht alles lagernd, vermutlich), schnell noch ein paar Hülsen aufklaubt, das Hütchen hineinklopft, Pulver nach Gefühl einfüllt und ein Geschoss draufdrückt. Bis man weiß, welches Werkzeug, wie damit umgehn usw. dauert es recht lange. Bis dorthin hat man sich so nebenbei durch einiges durchgelesen und ganz automatisch viel gelernt, ist sensibel geworden. Kein Mensch kann mit dem passenden Equipement, wenn es vor ihm steht, irgendwas sinnvolles anfangen, geschweige denn, es aussuchen. Ist auch nicht billig. Es gibt recht wenige, die sich das antun, einfach, weil es mühsam ist und einen Menschen voraussetzt, der Liebe zum Detail, zum Vollkommenen hat. Wiederladen reizt keinen oberflächlichen Menschen. Wer einen Spoiler aufs Auto schraubt, hat es nicht getunt. Wer einen Wagen tunt, hat vorher viel Wissen erworben, steckt viel Mühe hinein, so zum Vergleich. Beim Wiederladen schlummert weniger Gefahr als beim Fischen (in das Wasser fallen, Auge mit Haken herausstechen, eine Handgranate haken und beim Drill den Splint entfernen, vom Killerkarpfen tödlich gebissen werden...)

Böllerunfälle kenne ich viele, Wiederladerunfälle kaum.

approach_lowg, bist du Wiederlader?

Servus.

Dass was du jetzt zusammen gefasst hast trifft es genau.

So oder so ähnlich sollte die Vorbereitung auf so eine Sache sein.

Leider sehe ich in der letzten Zeit aber eine andere Entwicklung.

Eine davon ist zB dass neue Interessierte eben schon selbst Hand anlegen und dass nachdem sie zB ein Youtube Video angeschaut haben und glauben sie wissen jetzt was sie tun.
Aber nicht nur neue Interessierte bereiten mir in der Sache Gedanken, auch " altgediente Wiederlader " bringen des öfteren Sachen vor wo man sich schon fragt wie das so lange gut gehen hat können.
Wobei ich hier schon sagen möchte dass meine Beobachtungen bei den älteren WL dahin gehen, dass diese meistens jemanden hatten der sie in die Materie eingeführt hat.
Sagt aber trotzdem nichts über die wirkliche Qualität und Sicherheit aus.

Ja ich bin ein Wiederlader aber kein gewerblicher Munition Hersteller. Ich würde es mir auch zutrauen eine Sachkundeprüfung nach dem Deutschen WaffG abzulegen.

BG

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BeitragVerfasst: 11. Oktober 2016, 11:28 
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Zitat:
Zitat:

In Zukunft wird man das nur mehr mit Schießmittelschein bekommen, welcher - o wunder - an den Nachweis eines Bedarfs geknüpft ist.
..
Auch das steht nirgends geschrieben, also auch nur Panikmache. Änderungen sind vorgesehen ja, aber nicht so wie hier dargestellt.
"nirgends" ist offenbar der §24 Abs 1 Sprengmittelgesetz
Zitat:
§ 24. (1) Der Schießmittelschein ist für eine natürliche Person auf Antrag auszustellen, die
1. verlässlich ist,
2. ein sachlich berechtigtes Interesse an der Verwendung von Schießmitteln glaubhaft macht und
3. für eine sichere Lagerung Vorsorge getroffen hat.
Wer bestimmt, was ein "sachlich berechtigtes Interesse" ist? Da kann man die Entscheidungen der Verwaltungsgerichte schon vorausahnen, in denen dem "gemeinen Wiederlader" beschieden wird, er müsse sich mit Fabriksmuniton begnügen. Nur Teilnehmer an den Benchrest Europameisterschaften und Besitzern von Schusswaffen, für die keine Fabriksmunition erhältlich ist könnten ausgenommen sein.
Zitat:
(3) Im .. Sprengmittelschein ist unter Beachtung der dem Antragssteller für eine allfällig notwendige Lagerung zur Verfügung stehenden Lagermöglichkeiten die Höchstmenge festzulegen, die dieser – auch in Teilmengen – insgesamt erwerben und besitzen darf. Überdies ist die Gültigkeit des Schießmittelscheines ... hinsichtlich des Erwerbs auf höchstens fünf Jahre zu befristen und kann insbesondere aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unter Auflagen, etwa hinsichtlich des Transportmittels, des Transportweges und der Transportsicherheit, ausgestellt werden.
Und wenn die Behörde vorschreibt, dass die 500g Flasche N110 mit Gefahrenguttransport vom Büchsenmacher zu Dir nach Hause gebracht werden muss?

Und alle 5 Jahre muss man dann nachweisen, dass das "Interesse" inzwischen nicht erlahmt ist. Oder schon früher vorstellig werden, wenn man sein genehmigtes Kontingent verbraucht hat.

_________________
MgNr 3730

„Lösungen mathematischer Probleme werden nicht durch Abstimmung entschieden.“ – Marilyn vos Savant

"Ich trage eine Waffe weil mir ein Polizist zu schwer ist."

"L'Etat n'est plus nous."


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