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 Betreff des Beitrags: jetzt ist ja wohl alles klar ....
BeitragVerfasst: 30. Mai 2009, 17:31 
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zuerst waffen einziehen, vebieten, dann bedienen - aber nur sich selbst
(man beachte den letzten absatz ..):

aus der presse, 30.5.09

Das Ende der alten britischen Ordnung

29.05.2009 | 18:38 | Von unserem Korrespondenten AXEL REISERER (Die Presse)

Die Wirtschaft ist ruiniert, die politische Kaste hat sich mit einem parteiübergreifenden Spesenskandal diskreditiert, und der Premier hängt in den Seilen. Das Land geht harten Zeiten entgegen.

LONDON. Als Gordon Brown vor knapp zwei Jahren Premier wurde, versprach er den Briten: „Lasst uns das Werk der Veränderung beginnen.“ In seiner nur 23 Sätze langen Antrittsrede verwendete er das Wort „Change“ nicht weniger als sieben Mal. Seine Ankündigung ist wahr geworden. Doch nicht so, wie Brown es wollte. Die alte Ordnung ist fast völlig zusammengebrochen.

Denn Großbritannien erlebt dieser Tage ein dramatisches „Fin de Regime“. Zum wirtschaftlichen Bankrott ist nun auch noch die Selbstzerstörung der politischen Klasse getreten. Seit mehr als zwei Wochen enthüllt der „Daily Telegraph“ täglich die seltsamen Spesengebarungen der Abgeordneten des Unterhauses. Kaum einer der 646 Parlamentarier steigt mit weißer Weste aus. Die Mehrheit ließ sich alles von der Entfernung von Pferdemist bis zur Errichtung von Entenhäuschen auf dem heimatlichen Gartenteich vom Steuerzahler begleichen. Zuletzt kündigte Labour-Abgeordnete Margaret Moran ihren Rücktritt an. Sie hatte 25.000 Euro für ihr Wochenendhaus beansprucht, um dort Holzfäule beseitigen zu lassen.


144.000 Pfund Spesen pro Parlamentarier

In den Details bestätigen die Spesenabrechnungen die schlimmsten Vorurteile: Labour-Politiker treten als Emporkömmlinge hervor, die den Zugang zum Futtertrog weidlich ausnützen. Konservative erscheinen als arrogante Snobs, die es als ihr Geburtsrecht ansehen, sich über alle anderen zu stellen. Unübertroffen die Reaktion des Tory-Abgeordneten Anthony Steen auf die Empörung seiner Wähler über seine üppigen Spesen: „Die Leute sind doch nur neidig.“

Nicht nur die Beträge – allein im Vorjahr kassierte im Schnitt jeder Parlamentarier 144.000 Pfund an Spesen –, sondern auch die Reaktion der Abgeordneten enthüllten, wie sehr sich die politische Klasse mittlerweile von ihren Wählern entfernt hat. Drei Wahlsiege von Labour in Folge seit 1997 haben die Verhältnisse in Westminster einzementiert. Zudem hat mit Premier Tony Blair ein als „Sofa-Regierung“ bezeichneter Regierungsstil Einzug gehalten, in dem das Parlament weitgehend von der Meinungs- und Entscheidungsfindung ausgeschlossen ist. Zur Untätigkeit gezwungen, widmeten sich viele Abgeordnete umso heftiger Anliegen wie der Verschönerung ihres Zweitwohnsitzes – auf Kosten des Steuerzahlers.


Ideologischer Bankrott

Großbritannien erlebt damit eine Situation wie Italien in der „Muni puliti“-Zeit Anfang der 1990er-Jahre. Die regierende politische Klasse wird empört hinweggefegt werden. Bei den spätestens in einem Jahr fälligen Neuwahlen droht eine völlige Umverteilung der Macht: Nicht nur werden die Konservativen die Mehrheit gewinnen, hunderte Abgeordnete aller Parteien müssen um ihr politisches Überleben bangen.

Am Ende von „Muni puliti“ aber stand Silvio Berlusconi. Ein derartiger Charakter ist in Großbritannien nirgendwo sichtbar. Was nicht heißt, dass er nicht möglich wäre. Es wird David Cameron, dem Tory-Chef und künftigen Premier, zufallen, eine derartige Entwicklung zu verhindern.

Die rassistische British National Party (BNP) wittert jedenfalls schon Morgenluft. Angesichts einer tiefen Rezession, dramatisch steigender Arbeitslosigkeit und dem nicht nur finanziellen, sondern auch ideologischen Bankrott des Wirtschaftssystems der letzten Jahrzehnte hofft die BNP bei der EU-Wahl auf bis zu zehn Prozent der britischen Europa-Abgeordneten.

Vorbei sind die Zeiten, als der damalige Schatzkanzler Brown seine europäischen Amtskollegen über die Vorzüge der Liberalisierung der Finanzmärkte belehrte. Nachdem 750 Milliarden Pfund in die Rettung des Bankensektors gesteckt werden mussten, ist Großbritannien so pleite, dass man etwa den Kampf um General Motors Europe nur passiv verfolgen kann. Während die deutsche Regierung um den Erhalt von Opel ringt, hat die Londoner Regierung für das Schicksal des britischen Ablegers Vauxhall mit seinen 5500 Mitarbeitern bisher wenig mehr als Lippenbekenntnisse übrig gehabt.

In anderen Ländern wären in vergleichbaren Situationen Revolutionen ausgebrochen. So etwas tut der Engländer nicht. Er hat mit dem Überleben im Alltag genug zu tun. Die Faust ballt man hierzulande bestenfalls in der Hosentasche.

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BeitragVerfasst: 30. Mai 2009, 19:37 
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Wenn die Waffen in Großbritannien zurückkehren, wäre das auch gut für uns (weniger Druck von der EU. Wobei ich denke, dass die Unterdrückung so lange war, dass der Freiheitsgeist wohl längst erstickt wurde.

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Grüße, Thomas


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BeitragVerfasst: 30. Mai 2009, 19:56 
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Wenn die Kultur des rechtmäßigen Waffenbesitzes vorbei ist, kann man nur sehr schwer die Uhr zurückdrehen. Eine Sklavengesellschaft ist verdorben. Ohne Revolution ist das daher kaum möglich.


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BeitragVerfasst: 1. Juni 2009, 20:56 
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Zitat:
Wenn die Waffen in Großbritannien zurückkehren, wäre das auch gut für uns (weniger Druck von der EU. Wobei ich denke, dass die Unterdrückung so lange war, dass der Freiheitsgeist wohl längst erstickt wurde.
Ich war beruflich in den letzten Jahren öfters in London und der Freiheitsgeist existiert dort nicht mehr. Resignation und eine hündische Unterwürfigkeit gegenüber den staatlichen Sicherheitsapparat halten sich in der Waage. Das AWN-Argument der unbewaffneten Bobbies in England ist wohl der grösste Witz. In den von Einwanderer kontrollierten Vororten von London sehen die Polizeifahrzeuge wie aus einem Mad-Max Film aus. Zudem hat jeder Polizist seine MP5. Unverständlich, wo des englische Waffenverbot doch alle Morde, Plünderungen und Vergewaltigungen verhindert.

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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 08:07 
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Zitat:
In anderen Ländern wären in vergleichbaren Situationen Revolutionen ausgebrochen. So etwas tut der Engländer nicht. Er hat mit dem Überleben im Alltag genug zu tun. Die Faust ballt man hierzulande bestenfalls in der Hosentasche.
Statt "Engländer" "Österreicher" einsetzen. Paßt genauso.


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 08:58 
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Zitat:
Zitat:
In anderen Ländern wären in vergleichbaren Situationen Revolutionen ausgebrochen. So etwas tut der Engländer nicht. Er hat mit dem Überleben im Alltag genug zu tun. Die Faust ballt man hierzulande bestenfalls in der Hosentasche.
Statt "Engländer" "Österreicher" einsetzen. Paßt genauso.
Wir sind noch lange nicht soweit. Glaub mir, ich arbeitete in England eine Zeitlang. Polizei, Überwachungsstaat de Lux!


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 09:11 
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Wehren würden sie sich trotzdem nicht. Schwejk'sche Insubordination ja, aber kein "Aufstand".


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 09:15 
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Zitat:
Wehren würden sie sich trotzdem nicht. Schwejk'sche Insubordination ja, aber kein "Aufstand".
Aufstand geschieht in praktisch keinem westlichen Land mehr. Die Leute leben zu "bequem" für solche Sachen.


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 10:49 
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Zitat:
Das AWN-Argument der unbewaffneten Bobbies in England ist wohl der grösste Witz.
Bild


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 11:14 
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Zitat:
weil ihm ihr Privatwaffenbesitz nicht geheuer ist.
und was hindert irgendwen mit der gleichen totalitären Einstellung das nicht ohnehin zu tun?
Und Obama ist die amerkianische Verfassung nicht geheuer, bzw fühlt er sich bei der Verwirklichung seiner "Visionen" dadurch "eingeängt", der Arme.


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2009, 14:45 
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Sehr lesenswert:

http://www.faithfreedom.org/obama.html

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BeitragVerfasst: 5. Juni 2009, 10:43 
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Wir sollten aufpassen daß wir nicht die Untugenden der Waffengegner, nämlich Paranoia und Hysterie, übernehmen. Wenn jeder der Frauen zum Kreischen bringt ein totalitärer Führer würde, hätten wir heute die Vereinigten Staaten von Elvis und Erdnußbuttersandwiches wären Nationalgericht.

lg

JPD


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BeitragVerfasst: 5. Juni 2009, 11:43 
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