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BeitragVerfasst: 19. Januar 2007, 12:37 
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BeitragVerfasst: 19. Januar 2007, 19:28 
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Zitat:
Ich möchte nicht den eindruck machen, ich sei der neue Mr. Triggerhappy hier im Board.
Und damit Du das mitbekommst, wie es auf andere wirken kann, hab ich das gepostet. Siehe da, gut so.

Das mit Demut oder nicht, ist so eine Sache. Ich seh bei Dir eigentlich fast nur den Spaßfaktor im Vordergrund, garniert mit einem "hey, cool, ich könnte mich wie Bruce Willis verteidigen"-Ansatz. Und das deckt sich halt nicht so mit meiner Ansicht.
Zitat:
ich ... versuche Waffen nicht mit Emotionen zu verbinden.

Naja, das meinst Du vielleicht. Schaffen tust Du es aber nicht, mir scheint das zumindest so.
Zitat:
ich darf von mir behaupten disziplin und ordnung auf andere wege als beim heer gelernt zu haben
Von Disziplin hab ich nicht gesprochen, sondern davon, einen ernsthaften Bezug zur Materie zu haben.
Zitat:
der Zivildient, und das ist niet und nagelfest belegt, ist ein nicht mehr wegzudenkendes element in unserem sozialsytem
Ja, da gebe ich Dir auch Recht. Aber das hat nichts damit zu tun, dass ein Zivi seinen Dienst ableistet - und es dann aus ist mit der Verpflichtung. An der Front stehen würde er nicht. Heutzutage eher Theorie, aber trotzdem. Zivildienst ist nicht gleichwertig, und besonders: Zivildienst ist nicht als frei zu wählende "Option" gedacht, Zivildienst ist in der Sache an sich eine Notlösung, die den Zivildienstleistenden von wesentlichen Pflichten des normalen Staatsbürgers entbindet. Nämlich davon, im Ernstfall unfreiwillig in Kampfhandlungen verwickelt zu werden.
Zitat:
Ich dürfte ja nicht mal Polizist werden, oder bei securitas zum arbeiten anfangen- ok arbeiten schon, aber ohne waffe. :?: Das kannst du jetzt verstehen wie du willst, aber das ist nach meiner klar subjektiven meinung nach idiotisch und diskriminierend.
Ja, heutzutage denkt eben jeder, er könnte sich alles aussuchen. Sich nicht der vollen Verfügungsgewalt des Staates zu unterwerfen (z.B. Verpflichtung, einem Angriffsbefehl zu folgen), gleichzeitig aber es als Diskriminierung zu sehen, Verfügungsgewalt des Staates nicht ausüben zu können (in anderer Form - als Polizist) ist schon ein starkes Stück.
Zitat:
nur eine "straftat" ist eben eine "straf-tat", und ein zivildiener tut nichts, was einer "strafe" oder einer "gesetzlichen-kastration" würdig erscheint.
Aber beide wissen vorher, welche Konsequenz droht. Für die, die sich manches im Leben mit dem Zivildienst erleichtern wollen, sich vor ihrer echten staatsbügerlichen Pflicht (Wehrdienst) drücken, und somit die Allgemeinheit eigentlich dumm da stehen lassen, kann das Waffenverbot eine - berechtigte - Strafe sein. Für die, die den Zivildienst im Sinne des Gesetzes aus Gewissensgründen ableisten, ist es eh keine Strafe. Welche Konsequenz fair oder unfair ist, ist subjektive Sache. Die Entscheidung liegt beim Gesetzgeber, sonst nirgendwo.

Beide Dinge (Freiheitsstrafe / Waffenverbot) sind nur eine Konsequenz aus einem Gesetz. Die 15 Jahre Waffenverbot stehen sogar im Verfassungsrang und damit höher als die meisten strafrechtlichen Bestimmungen so weit ich das weiss!
Zitat:
Die Theorie im "Ernstfall" und ich nehme an du meinst den krieg mit "ernstfall" für mein land nicht zu sterben ist absoluter schwachsinn. Sobald der "ernstall" entritt und österreich mit waffengewalt von außen angegriffen wird, zählt für mich keine "theorie" mehr.
Praktischerweise kannst Du's Dir dann aber aussuchen, wann Du Dich an Kampfhandlungen beteiligst, wann Du Dein Leben riskierst etc. Im Zweifelsfall kümmerst Du dich da erst drum, wenn es um Dich, Deine Familie oder Dein Eigentum geht. (Würd ich wohl auch so machen)
Zitat:
und ich bin stolz auf meinen selbsterhaltungstrieb, und meiner loyalität gegenüber österreich, dass ich mich behaupten traue im ernstfall auch als zivildiener als erstes zu schießen auf angreifer die mein land, meine familie oder meinen besitz ansich nehmen wollen.

Siehst Du, und deswegen hättest Du zum Heer gehen müssen, weil die Grundvoraussetzungen für Zivildienst bei Dir gar nicht zugetroffen haben. Das ist, was ich meine.

BTW bin ich sehr für den Zivildienst. Aber ich finde die damit einher gehenden Einschränkungen trotzdem sehr gut, weil Zivis de facto manche unangenehmen Dinge, die trotzdem im Sinne der Allgemeinheit (nämlich der Erhaltung des Bundesheeres) sind, nicht auf sich nehmen müssen. Doppelt so langer Zivildienst ist schon gut gewesen.

Und jetzt soll mir keiner mit sozialem Engagement kommen, ich habe tausende Stunden freiwilligen Dienstes bei RK und FF hinter mir. Wer was soziales tun will, soll das freiwillig machen.
Zitat:
Ich will zivildienst machen, um hilfebedürftigen, armen, schwachen menschen in Österreich zu hefen" das ist meine scheiss begründung gewesen vor 4 jahren. Diese Begündung hat mich auf eine "endstation" in einem wiener altersheim gebracht. Jedentag von 0500 bis 1400 ein harter scheissjob. aber für mich ok.
Herzerweichend. Deine Begründung war es allerdings nicht. Die stand Dir nämlich nicht zur Auswahl. Gratulation übrigens zur wieder mal passenden Wortwahl.

Am Ende gehe ich konform mit M16 und Dave und denke, dass Du da früher drüber nachdenken hättest müssen, anstatt jetzt über Deine eigene Entscheidung zu jammern. Akzeptier die Konsequenzen.

Dafür konntest Du von Anfang an zu Hause schlafen, hast Anerkennung für Deine Tätigkeit bekommen etc. - eigentlich bist Du statt des Wehrdienstes einem regulären Job nachgegangen.

Ich hab wirklich nix dagegen, dass Du Zivi bist / warst. Aber dass Du die Konsequenzen dessen nicht akzeptierst, und noch dazu die eingangs erwähnten Eigenschaften zu haben scheinst, stellt mir halt die Nackenhaare auf.

lg digital

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BeitragVerfasst: 20. Januar 2007, 21:17 
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Mit der Verfassungswidrigkeit kann ich bei der Behörde nicht argumentieren. Wohl aber beim Verfassungsgerichtshof und in den Diskussionen.

Jedenfalls ist der Waffenbesitz ein verfassungsmäßig geschütztes Recht, ob das nun ausdrücklich so formuliert ist oder nicht. Das Parlament hat das damals richtig gesehen und das darf heute auch nicht anders sein.


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 00:26 
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.. andersrum gesehen: könnte man sich vorausschauend für den Zivildienst melden, aber darum ansuchen kein Waffenverbot zu bekommen mit Hinweis auf das Anrecht in der Verfassung, beziehungsweise hätte ein derartiges Vorgehen überhaupt eine Zukunft?

Georg


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 13:52 
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Eben weil diese Bestimmungen ein Verfassungsgesetz sind, nützt das dem Zivildiener nichts. Mit einer Zweidrittelmehrheit kann ich fast jede Verfassungswidrigkeit durchsetzen.

Eine Bemerkung:

Wie General Patton sagt, soll man nicht für das Vaterland sterben, sondern den Feind für sein Vaterland sterben lassen. Das ist der Sinn des Krieges und der Landesverteidigung.


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 16:44 
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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 19:07 
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@NoGravity22

Verzeihung wenn ich als Nicht-Oesterreicher und Aussenstehender mich einbringe. Ich finde dein Bemühen und Einbringen eine gute Sache und wünsche dir viel Erfolg dabei obwohl ich glaube das wird sehr sehr schwierig. :? Ich finde das 15 jährige Waffenverbot für Zivildienstleistende und ehemalige Zivis unfair und ungerecht. In meinem Land gibt es ja sowas auch nicht und jeder Zivildienstleistende oder ehemalige Zivildienstleistenden können soviele erlaubnispflichtige Waffen haben wie sie wollen und die Voraussetzungen für den normalen Waffenerwerb erfüllen gemäss Gesetz.

@digital
Zitat:
Aber beide wissen vorher, welche Konsequenz droht. Für die, die sich manches im Leben mit dem Zivildienst erleichtern wollen, sich vor ihrer echten staatsbügerlichen Pflicht (Wehrdienst) drücken, und somit die Allgemeinheit eigentlich dumm da stehen lassen, kann das Waffenverbot eine - berechtigte - Strafe sein. Für die, die den Zivildienst im Sinne des Gesetzes aus Gewissensgründen ableisten, ist es eh keine Strafe.
Deine Einwendungen begreife ich nicht. In meinem Lande war es nie ein Problem und wird es nie ein Problem sein, wenn Zivis oder ehemalige Zivis Waffen erwerben und besitzen also wäre das in Oesterreich auch kein Problem so einfach ist das. Und mit dem Argument weil man sich quasi vor Verantwortung drückt und man als Zivi damit dann das Recht verwirkt hat auf Privatwaffenbesitz ist gelinde ausgedrückt ein Schmarrn-sorry anders kann ich es nicht sagen.

Ausserdem was hat die Wehrpflicht mit Privatwaffenbesitz oder Erwerb zu tun? Wenn du schon so argumentierst, müsstest du gerechterweise auch für alle ein Waffenverbot fordern die A aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst machen und B den 99,999 Prozent Frauen die keinen Wehrdienst je absolviert haben. Eigentlich allen Leuten die aus irgendwelchen Gründen keinen Wehrdienst geleistet haben.

Und genau deshalb ist es unfair wenn man Zivildienstleistende und ehemalige Zivis mit einem 15 jährigen Waffenverbot auferlegt, denn NoGravity22 hätte euch auf untauglich machen können mit dem Unterschied, dass er jetzt kein Waffenverbot hätte. Er hat sich aber für den Zivildienst entschieden und einen wesentlichen Beitrag freiwllig notabene an die Gesellschaft geleistet und deshalb finde ich es als diskriminierend ihn als ehemaliger Zivildienstleistender mit einem 15 Jährigen Waffenverbot zu "bestrafen".

In der Schweiz wäre soetwas wie ein 15 jähriges Waffenverbot für Zivis mit höchster Wahrscheinlichkeit verfassungswiedrig und hätte keine Chance durchzukommen-zum Glück kann ich da nur sagen.


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 19:35 
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Zitat:
mal angenommen, ich würde vor dem verfassungsgerichtshof diese argumentation so schildern.. (in schriftlicher form zb.) :?: (verfassungswidirkeit, etc..)

wie hoch ist die whar`keit, dass sich da was "rührt"
Ungefähr = 0. Wenn Du vom Verfassungsgerichtshof Recht bekommen willst, steig in Dein Auto und führ in Kärnten ein paar Kinder nieder. Dann sag der Polizei: "Schilder? Welche Schilder?", und die Dinge werden ihren Lauf nehmen bis hin zum Triumph beim VfGH.


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007, 22:59 
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Zitat:
Deine Einwendungen begreife ich nicht. In meinem Lande war es nie ein Problem und wird es nie ein Problem sein, wenn Zivis oder ehemalige Zivis Waffen erwerben und besitzen also wäre das in Oesterreich auch kein Problem so einfach ist das.
Sorry, aber warum soll das Ausland plötzlich in dem Fall jetzt ein Maßstab sein?
Zitat:
Und mit dem Argument weil man sich quasi vor Verantwortung drückt und man als Zivi damit dann das Recht verwirkt hat auf Privatwaffenbesitz ist gelinde ausgedrückt ein Schmarrn-sorry anders kann ich es nicht sagen.
Das ist eben Ansichtssache. De facto stiehlt man sich aus einer gewissen Verantwortung davon. Dafür sollte es irgend welche Konsequenzen geben. Wenn man den Dienst an der Waffe ablehnt (nur aus diesen Gründen geht das in AT), ist es doch das naheliegendste, Waffenbesitz privat auch einzuschränken.

De facto muss der Wehrdienst gesetzlich bevorzugt sein, gäb' es da keinen Anreiz, hätten wir ein echtes Problem, sobald wir das Heer mal wirklich brauchen.
Zitat:
Ausserdem was hat die Wehrpflicht mit Privatwaffenbesitz oder Erwerb zu tun?
Wer das Land nicht mit einer Waffe verteidigen will, für den können auch andere Maßstäbe für die Selbstverteidigung gelten. (s.o.) Whrdienst ist auch nur erweiterte Selbstverteidigung.

Und: Wehrdienst ist etwas wie Steuer zahlen - einer für alle, alle für einen. Warum soll der Staat einem Individuum, dass sich aus dieser grundlegenden Systematik jeder Demokratie herausnimmt, dafür keine Einschränkungen auferlegen? Es ist ja schon toll, dass es die Möglichkeit überhaupt gibt, Zivildienst zu leisten.

Die Denke, sich alles zu den für sich selbst besten Konditionen aussuchen zu können, ist eine Entwicklung der Wohlstandsgesellschaft und ein besonderes Produkt der letzten 20 Jahre. Langfristig macht dieser Ansatz die Gesellschaft, den Staat und die Wirtschaft (vgl. Geiz ist Geil) kaputt.

Und besonders nervend find ich es, wenn man es vorher schon wusste, dass kommt, was später für einen zum Problem wird.
Zitat:
Wenn du schon so argumentierst, müsstest du gerechterweise auch für alle ein Waffenverbot fordern die A aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst machen und B den 99,999 Prozent Frauen die keinen Wehrdienst je absolviert haben. Eigentlich allen Leuten die aus irgendwelchen Gründen keinen Wehrdienst geleistet haben.
Falsch, denn die haben sich's nicht ausgesucht. Der Dienst an der Waffe ist eben Pflicht eines jeden tauglichen männlichen Staatsbürgers. Punkt aus.
Zitat:
Und genau deshalb ist es unfair wenn man Zivildienstleistende und ehemalige Zivis mit einem 15 jährigen Waffenverbot auferlegt, denn NoGravity22 hätte euch auf untauglich machen können mit dem Unterschied, dass er jetzt kein Waffenverbot hätte.
Das ist was vollkommen anderes. Übrigens fände ich ich ein lebenslanges Waffenverbot auch der Logik folgend sinnvoller. Die 15 Jahre sind ja eh schon ein nettes Zugeständnis.
Zitat:
Er hat sich aber für den Zivildienst entschieden und einen wesentlichen Beitrag freiwllig notabene an die Gesellschaft geleistet und deshalb finde ich es als diskriminierend ihn als ehemaliger Zivildienstleistender mit einem 15 Jährigen Waffenverbot zu "bestrafen".
Ich bin schon ganz gerührt. Und Wehrdienst ist sinnlos, oder wie?Zivildienst ist jednefalls de facto die einfachere Wahl und benachteiligt alle anderen, die Dienst beim Heer machen. Wer was sinnvolles in anderen Bereichen tun will, kann sich freiwillig engagieren.

In AT ist es so, dass Zivildienst keine Option ist, sondern der Ersatzdienst für körperlich taugliche, die Wehrdienst aus ethischen Gründen nicht ableisten können.

Was fair ist oder nicht bestimmt der Gesetzgeber.

lg digital

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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 00:17 
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Lieber digital,

Normalerweise bin ich nicht so gerne jemand der widerspricht, aber in deinem Falle kann ich einfach nicht anders.

Das Ausland ist in einer globalen Gesellschaft, in der wir leben, durchaus ein Maßstab. Nicht umsonst vergleichen auch wir Verbrechensstatistiken mit anderen Ländern, wünschen uns Reformen etc wie sie in anderen Ländern Anwendung finden. Dass das "Wir sind Wir und was die anderen machen interessiert uns nicht" nicht unser Ziel sein sollte, ist wohl seit der geplanten EU Reform klar, und deshalb müssen wir unsere Ziele globaler stecken als auf unser Land beschränkt. Von daher finde ich den Vergleich mit dem Ausland auch legitim.

Dass man den Dienst an der Waffe ablehnt ist laut Gesetz der Grund - das heißt aber nicht dass es für jede Person selbst der Grund sein muss. Die meisten Bekannten die ich beim Zivildienst kenne haben diese Tätigkeit gewählt da sie der Meinung sind dass sie hier etwas zur Gesellschaft beitragen. Hingegen gibt es beim Militär zwar eine Ausbildung an der Waffe, aber auch viele Beschäftigungen die ich persönlich nicht als Beschäftigung ansehen würde (wo teilweise die Leute 24h am Tag Kaffeepause machen, weil 5 Sekretäre für einen Unteroffizier halt ein paar zuviel sind, besonder's wenn dieser nicht oft hier ist). Man lernt vielleicht auch Disziplin und es mag unbestritten eine Erfahrung für das Leben sein - aber kann man das nicht auch vom Zivildienst behaupten?
Ich denke nicht dass wir in Zukunft noch sehr auf unser Bundesheer angewiesen sind - sofern es um kriegerische Handlungen geht. Sie leisten sehr gute Dienste im Katastrophenschutz und im Ausland, aber ich persönlich denke nicht dass in den nächsten Jahrzehnten in Europa ein Krieg ausbrechen wird der ein neutrales Land so ergreifen wird, dass es zur Verteidigung bzw. zum Angriff schreitet. Und wer behauptet dass - sollte diese Situation eintreten - alle Zivildiener "zuhause" bleiben können? Ich denke da gibt es auch viele Leute darunter die in diesem Falle sofort mit dem Heer einziehen würden. Und Ausbildung hin oder her - wenn die einmal 20 Jahre vorbei ist wird nicht mehr alles hängen geblieben sein bzw. die damals gegebene körperliche Form nichtmehr vorhanden sein.

Die Tatsache sich das Beste auszusuchen kommt meiner Meinung nicht von "Geiz ist geil" sondern von einem ureigenem Instinkt des Menschen, das Streben nach Macht, Glück usw. Du würdest doch auch nicht auf einen Lottogewinn verzichten, nur weil das ein paar Millionen andere Österreicher nicht können (schließlich hast du dann auch bessere Bedingungen als die anderen).

Deine Sichtweise was die Frauen angeht kann ich auch nicht teilen. Nur weil es im Gesetz so steht, muss man das nicht akzeptieren. Es mag zwar momentan gültig sein, aber das bleibt
a) nicht für immer so
b) heißt nie dass es unumstößlich ist
c) kämpft ja auch die IWÖ für eine Liberalisierung der Waffengesetze, was auch wieder einer Änderung entspricht

Ich denke du forderst ja geradezu ein Waffenverbot für Zivildiener (korregiere mich wenn ich hier falsch liege)?
Die Begründung dass diese, wenn sie eine Waffe besitzen möchten, doch später freiwillig das ableisten könnten, halte ich für Blödsinn. Stelle dir doch einmal vor alle Zivildiener würden eine Waffe besitzen wollen, und von daher alle Militär machen. Dann hätten wir keine Zivildiener mehr. Und vielleicht kommst auch du einmal in die Situation wo du auf "freiwillige" (hier gemeint sind Zivildiener) Helfer angewiesen bist. Blöd wäre es natürlich wenn hier alle - weil sie ihr Recht auf Waffen bewahren wollen - das Militär gemacht hätten. Und zu erwarten dass diese das nachher freiwillig nachholen könnten halte ich für unrealistisch. Wenn man schon 6 Monate dem Heer gedient hat, wird man kaum nochmal 9 Monate anhängen (kostet ja dann bloß ein weiteres Jahr in dem man ein Studium oder gar einen neuen Lebensabschnitt beginnen hätte können) um für relativ wenig Geld diesen oftmals nicht leichten Dienst zu bestreiten.

Zudem: hast du noch nie eine Entscheidung in deinem Leben bereut, einen Schritt den DU anders gemacht hättest? Ich denke es gibt bei jeder Person oftmals Situationen an die man zurückdenkt, und sich fragt warum man sich so entschieden hat, und nicht anders. In dem Sinne finde ich auch die Anstrengungen die no_gravity auf sich nimmt lobenswert. Er findet sich nicht mit seiner Situation ab, sondern er versucht etwas zu verändern im Sinne des legalen Waffenbesitzes, was unser aller Streben sein soll. Nicht weil er sich einmal falsch entschieden hat, sollen wir uns hier mit ihm beschäftigen, sondern wir sollten ihm helfen weil er etwas für den legalen Waffenbesitz unternimmt.

Meine Meinung.

Georg


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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 00:22 
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Zitat:
Ich bin schon ganz gerührt. Und Wehrdienst ist sinnlos, oder wie?Zivildienst ist jednefalls de facto die einfachere Wahl und benachteiligt alle anderen, die Dienst beim Heer machen. Wer was sinnvolles in anderen Bereichen tun will, kann sich freiwillig engagieren.
ich bin sehr froh, dass es leute gibt, die die qual eines längeren zivildienstes auf sich nehmen, um etwas sinnvolles für die gesellschaft zu tun. wer was "sinnvolles in anderen Bereichen tun will", kann gott sei dank auch statt 6 monate lang in der kaserne daumen zu drehen sozialen dienst leisten. nur weil jemand seine eigene, geleistete wehrdienstzeit so wichtig nimmt, sollte er nicht alles andere verurteilen. der horizont sollte nicht am tellerrand aufhören. der threadersteller wollte hier keine diskussion über heer/zivildienst haben und ich glaube, die ist in dem zusammenhang auch garnicht nötig.

achja: ich habe meinen wehrdienst deshalb dem zivildienst vorgezogen, weil es mir das geringere übel schien. nicht das größere.


Zitat:
In AT ist es so, dass Zivildienst keine Option ist, sondern der Ersatzdienst für körperlich taugliche, die Wehrdienst aus ethischen Gründen nicht ableisten können.

Was fair ist oder nicht bestimmt der Gesetzgeber.

das wäre dann eine diktatur. im falle einer demokratie bestimmt dies das volk. nur leider sind unsere gewählten politiker schon zu weit von der realität abgehoben und das gemeine volk viel zu dumm, dies zu erkennen und darauf zu reagieren. im gegenteil: es gibt leute, die sind untertan des allheiligen staates und finden alles super, was er ihm verbietet. ich versteh das nicht.


nogravity22 hat vollkommen recht. wehrdienst oder zivildienst hat grundsätzlich absolut nichts mit dem recht auf privatwaffenbesitz zu tun. das ist halt in österreich anders, weil sich früher mal irgendwer irgendwas hat einfallen lassen. "des woar scho so, is so und wird a immer so bleiben" lautet da die devise. ob das richtig ist oder nicht, das hat ein anderer ja schon entschieden. bravo. ein guter bürger. bitte die waffen grad da an schalter 3 abgeben. warum? ja weil das der gesetzgeber so entschieden hat. brav so.



@nogravity: ich kenne mich da selbst nicht aus - aber ich glaube, einfach mal einen brief an den verfassungsgerichtshof zu senden, dass dir da an der verfassung was nicht so taugt, wird wohl direkt im rundordner der poststelle landen. das muss schon direkt in form einer klage passieren, und das kostet leider mitunter sehr viel zeit und vor allem geld. wenn dir aber beides zur verfügung steht und du es darauf ankommen lassen möchtest, solltest du unbedingt mit Prof. Dipl.-Ing. Mag. Andreas O.Rippel kontakt aufnehmen!

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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 01:21 
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@ realsmiley
Der Gesetzgeber ist vom Volk gewählt. Mir gehts darum, dass auf der Ebene vieles mehr abgewägt wird. Natürlich kann und soll man Dinge, die man ändern will, auch zu ändern versuchen.

Im Grundansatz hat nogravity also schon Recht. Ich kann auch die Argumente alle nachvollziehen, und ihnen lediglich emotional nicht so sehr folgen.

@ Georg
Ich kann auch Deinen Argumenten gut folgen. Allerdings gibts für mich hinter dieser mittlerweile eigentlich sinnlosen, weil Grabenkampf-Diskussion den Hintergrund dass ich den Ansatz von nogravity dahinter nicht sehr toll finde. Ich habe einen Eindruck bekommen, und der ist halt sagen wir "schwierig".

De Facto könnte ich damit leben, wenn Zivis sich frei entscheiden könnten, de facto könnte ich auch damit leben wenn sie kein Waffenverbot hätten.

Ich finde lediglich nichts unfaires dran.

Zivis sind heute wichtig, ja. Zu Zeiten der Gewissensprüfung gab es einen Bruchteil der Heutigen Zivildienstleistendenzahl. Trotzdem hat unser damals durchaus vergleichbares Sozialsystem auch funktioniert.

Das Ausland hat in dieser Diskussion keinerlei Vergleichsqualität. Andere Systeme, andere Traditionen etc. Wie Du meinen Posts generell entnehmen kannst bin ich jemand, der die Mia san Mia Mentalität recht ablehnt. Vernetztes Denken ist natürlich wichtig.

Ich sehe das Heer, das in meinem Leben übrigens, was jetzt keiner glauben wird, keinerlei Bedeutung hat, als sehr wichtige Institution. Einen Kriegsfall schließe ich auch aus.

Was ich immer noch sage ist, dass egal was an gefährlicherem Pflichteinsatz kommt, egal ob das jetzt die Aufrechterhaltung der Öff. Sicherheit ist, ein Grenzeinsatz oder wirkliche Kampfhandlungen: Der Rekrut läuft dort als Zielscheibe rum. Der Zivi, selbst wenn er irgendwie auch von einer Mobilmachung betroffen wäre, oder freiwillig "einrückt", tut das nicht.

Zum Thema Geiz ist Geil: Was ich anspreche ist nicht das Streben nach Glück (...), sondern, dass sich die Menschen immer mehr ohne Rücksicht auf andere, die Gesamtheit usw. individuelle Freiheiten oder Individualisierung von Vollkaskodenken erwarten, die so nicht haltbar sind.

Es geht nicht darum, dass alle gleich sein müssen (ich bin doch kein Kommunist!), sondern darum, dass sich nicht jeder aussuchen kann ob bzw. welchen Beitrag er in einem von Solidarität geprägten System (nicht a la Sozialismus, sondern eher nach der christlichen Soziallehre) leistet. Es ist bspw. nicht das Recht der heutigen Pensionisten auf meine vollen Kosten eine sinnvolle Pensionsreform zu verhindern. In der Wirtschaft wirkt sich die Denke zB in der Art von überzogenem Konsumentenschutz u.ä. aus. Allerdings: Das sind Entwicklungen, die wohl nicht zu ändern sind.

Dass ich ein Waffenverbot für Zivis fordere, ist falsch. Ich sage nur, es entspräche der Logik mehr. Auch habe ich nicht gesagt, irgendjemand soll später nochmals Wehrdienst doer Zivildienst ableisten. Ich hab von ehrenamtlichem Engagement gesprochen.

Am Ende sind die Maßnahmen wie sie jetzt sind ganz gut gesetzt. Nämlich, dass sich nicht eine zu große Anzahl zum Wehrdienst und eine zu große Anzahl zum Zivildienst meldet. Irgendwo muss ja geschraubt werden, um zu steuern...!

Sicher habe ich schon Entscheidungen bereut. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass für jemanden, der Zivi war, aber nach ein paar Jahren tatsächlich Bedarf an FFW hat, das Verbot aufgehoben werden könnte. Das wäre allerdings wohl nicht jemand, der die Waffen braucht, um sich toll zu finden.

De facto liegt es an diesem Hintergrund, warum ich mich hier so intensiv geäußert hab.

Trotzdem seh ich's sportlich, jedem das seine.

lg digital

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 Betreff des Beitrags: Die Lösung: Wehrdienst nachholen
BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 09:06 
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@NoGravity22

Deinem Post entnehme ich daß der Zivi erst drei Jahre her ist. Also die einfachste Lösung ist Du gehts zum BH, meldest Dich freiwillig zum Wehrdienst (da sich Deine Gesinnung und Einstellung geändert hat). Das müßte doch klappen......
Und danach gibts sicher WBK.

Grüße
Magazinfeder

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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 09:16 
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Bei einer Verfassungsbestimmung ist der Weg zum Verfassungsgerichtshof sinnlos. Noch so gute Argumente nützen nichts, weil der VfGH die Verfassung nicht ändern kann. Das Parlament steht hier höher.


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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007, 12:54 
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Registriert: 22. Januar 2006, 23:58
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..oder wie das bei den meisten klingt:

"hoaaaaaaah ah!" :lol:

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