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 Betreff des Beitrags: Waffenrecht - historische Quellen?
BeitragVerfasst: 23. Juni 2007, 20:33 
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Registriert: 23. Juni 2007, 20:15
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Hallo,
Ich bin schon seit längeren auf der Suche nach Informationen über das Waffenrecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz während der Zwischenkriegszeit.
Ich hab bis jetzt zwar schon Informationen über GB und den USA aus eben jener Epoche gefunden aber über unseren Raum finde ich eigentlich nur Informationen über die derzeitige Rechtslage.

Vorallem würde mich interessieren wie es in jener Zeit sowohl gesetzlich als auch "praktisch" gehandhabt wurde.
Wer durfte welche Waffenarten besitzen?
Wer durfte sie mit sich führen? (im öffentlichen, urbanen Raum...)
Welche Waffen waren illegal?
Mit welchen gesetzlichen Folgen musste bei Verstoß gerechnet werden?
Wie verhielt es sich bei Reisen mit Waffen? z.B. war ein Jagdausflug von Ö nach D mit einem Gewehr möglich? Mit Faustfeuerwaffen auch? etc.

Sind vielleicht alles etwas ungewöhnliche Fragen aber vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Geschichtsinteressierten der mir weiterhelfen kann.


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BeitragVerfasst: 23. Juni 2007, 21:18 
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Endlich mal eine andere und sehr interessante Fragestellung.

Wird trotzdem schwierig werden, weil nämlich die Waffengesetze, wie wir sie kennen, ein Machwerk unserer ach so aufgeklärten Neuzeit sind.
Früher kam man nämlich (ausser in Ausnahmefällen) gar nicht auf sie Idee, etwas Selbstverständliches zu verbieten.

Ausnahmefälle waren spezielle Waffentypen (wie z.B die sogenannten "heimtückischen" Waffen mit Lauflängen unter einer gewissen Länge) oder während feindlicher Besetzung wie z.B. unter Napoleon in Österreich.

Ich werde schon mal dem Schlüssel zu meinen Literaturschränken ölen und mich darin wieder einmal vergraben ....
bin schon gespannt, was sonst noch alles zu Tage kommt!

GS

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Der Weg ist das Ziel ! ---- aber wo ist der Weg?
(frei nach Messner)

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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 00:23 
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besser jetzt? :D


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 02:07 
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Zitat:
Wird trotzdem schwierig werden, weil nämlich die Waffengesetze, wie wir sie kennen, ein Machwerk unserer ach so aufgeklärten Neuzeit sind.
Naja, Maximilian I. Verbot von Radschloßwaffen, das 1517 ergangen ist und die Angst der Monarchen vor den ersten Schußwaffen, die geladen und gespannt geführt werden konnten, zeigt, ist ja auch schon länger her. :wink:


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 09:32 
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Es gab auch schon Verbote, Armbrüste mit eingehängter Sehne zu führen.
Auch Luftdruckwaffen wurden schon sehr früh verboten.


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 12:14 
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Registriert: 23. Juni 2007, 20:15
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Wohnort: Baden bei Wien
Ja, das habe ich auch vor kurzem gefunden, jedoch so, dass überhaupt Feinden des Regims der Besitz von Waffen verboten war. Das war dann zu beginn der Nazi-terror-Herschaft die natürlich verhindern wollten, dass die politische Opposition bewaffnet ist.

Das scheint übrigens die erste verschärfung des WG gewesen zu sein weil bis dahin auf Basis des kaiserlichen Waffenpatents jeder, jede Art von Waffe besitzen durfte. (Was mich persönlich wundert weil ich immer der Ansicht war das die Monarchien Angst vor Revolutionen hatten).

Über Deutschland hab ich auch noch was gefunden: Scheinbar wurde da erst 1928 überhaupt Waffentechnisch irgendwelche Regeln eingeführt und die Heimkehrenden aus dem 1. WK konnten sämtliche Waffen behalten (auch Sprengstoffe?)

Es kam dadurch angeblich auch zu zahlreichen Überfällen aufgrund der Arbeitslosigkeit der bewaffneten Heimkehrer.


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 12:51 
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Ich vermute daß es auch am Kontinent (für GB weiß ich es definitiv) schon gegen Ende des 19Jhdts. angesichts der sozialen Frage (der Lage der Arbeiter und ihrer Bewegungen) zu Spannungen gekommen ist die in Waffengesetzen u. Verordnungen mündeten.


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 14:10 
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Beiträge: 2215
Zitat:
(Was mich persönlich wundert weil ich immer der Ansicht war das die Monarchien Angst vor Revolutionen hatten).

Es kam dadurch angeblich auch zu zahlreichen Überfällen aufgrund der Arbeitslosigkeit der bewaffneten Heimkehrer.
1. damals war man schon gscheiter und wusste, dass man Revolutionen nicht durch ein Waffenverbot verhindern kann. Revolutionäre bedienen sich nicht selten bei staatlichen Waffenarsenalen.

Das Recht Waffen zu besitzen in der Monarchie war für jederman gleich. Es war alles erlaubt bis auf sogenannte hinterlistige (?) Waffen, also Waffen die als andere Gegenstände getarnt waren.
Eingeschränkt wurde nur das Recht Waffen zu tragen. Dies hatten zunächst nur Adelige, Offiziere und Studenten. Den Studenten wurde es dann Ende des 19 Jh. aberkannt, da es gerade bei dieser Gruppe relativ häufig zu Waffenmißbrauch kam. :roll:

2. Die Infantriewaffen wurden nach dem I.Wk nicht von den Soldaten eingesammelt. Diese nahmen diese, gerade aufgrund der politischen Unruhen im Heimatland, mit nachhause. So fanden viele alte Karabiner in Österreich sich in Wehrverbänden (Heimwehr, Frontkämper, Schutzbund) wieder und wurden dort größtenteils bei Wehrsportübungen geschossen und bei Märschen spazieren getragen. Wen es interessiert, bei dem Attentat (Schießerei) der Frontkämpfer auf die Schutzbündler in Schattendorf 1927 wurden M95 verwendet. Zuvor mussten sich die 15 Frontkämper im Lokal gemeinsam mit dem Gastwirt und dessen zwei Söhnen mit ihren M95 und 3 Jagdgewehren des Gastwirts gegen eine Übermacht an Schutzbündler verteidigen. Kolbenhiebe haben aber angeblich gereicht.

Generell gab es keinerlei Waffenrechtliche Einschränkungen in der 1. Republik, da ALLE Parteien, selbst und gerade die Kommunisten und Sozialisten besondern, den freien Waffenbesitz für jedermann sogar mehr oder weniger als Pflicht ansahen um das Vaterland und die Freiheit Österreichs zu verteidigen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die diversen Parteiprogrammen aus den 20igern. Bei allen lässt sich die Betonung der Pflicht des Waffenbesitzes finden! Die Sozialisten gingen sogar so weit zu schreiben, dass sie ihre jeweiligen Waffen NIEMALS außer Hand geben werden und ihr Gewehr als Garant für Demokratie bis in den Tot aufbewahren werden.

Ach, am Ende war früher doch alles besser :lol:

mfg stefan


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 20:09 
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Windbüchsen waren zur napoleonischen Zeit auch nicht gerne gesehen. Darum wurden sie als normale Steinschloßgewehre getarnt (bekamen Schloßplatte mit Hahn).

JPC 200

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BeitragVerfasst: 24. Juni 2007, 22:50 
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Beiträge: 144
Zitat:
Windbüchsen waren zur napoleonischen Zeit auch nicht gerne gesehen. Darum wurden sie als normale Steinschloßgewehre getarnt (bekamen Schloßplatte mit Hahn).

JPC 200
*ahem*
"Nicht gern gesehen" mag zutreffen, die Lage wird aber meist stark übertrieben.
Und der Hahn ist nicht Tarnung, der gehört zum Mechanismus.


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BeitragVerfasst: 25. Juni 2007, 08:33 
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Vielen Dank für die informative Site. Ich lern´ auch gern dazu.

lg, JPC 200

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BeitragVerfasst: 25. Juni 2007, 09:51 
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Würde mal hier suchen: http://www.ris.bka.gv.at
Ältere Gesetzesausgaben werden von der Ö. Nationalbibliothek eingescannt. Ist eine gute Quelle denk ich. Mit dem Suchen musst Du Dich halt selber etwas befassen (geht ganz gut mit Google).

Auch die berüchtigte NS-Verordnung (Siehe Post von FSchmidt) findest Du dort (Teil 1 und Teil 2); Auch das dazugehörende Nazigesetz
Stell doch ggf. ein paar Fundstücke hier rein! Zu den Ereignissen von 1934 oder 1848 müsste es auch einiges geben.


Zuletzt geändert von horidoman am 25. Juni 2007, 10:24, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Juni 2007, 12:55 
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Registriert: 12. Januar 2006, 10:07
Beiträge: 4781
Hier ist noch ein Fundstück, die ÖNB-Datenbank gibt schon einiges her.
Kaiserliches Patent vom 24. Oktober 1852 betreffend die Bestimmungen über die Erzeugung, den Verkehr und den Besitz von Waffen und Munitionsgegenständen, dann das Waffentragen.
Hier isses 8)

PS:
Diverse Fundstücke aus 1866; eins, zwei, drei
aus 1914 und 1915: eins, zwei, drei


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BeitragVerfasst: 25. Juni 2007, 14:38 
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Beiträge: 4
Wohnort: Baden bei Wien
Vielen Dank!
Das sind wirklich alles nützliche Quellen und Hinweise! :D


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BeitragVerfasst: 26. Juni 2007, 09:28 
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Why would a modern sniper want a functional version of an ancient airgun when automatic weapons were as close as the first German soldier that could be waylaid? The answer dramatically comes from the above notes and the fact that an American maker is now doing a small, but excellent, business supplying coalition troops in the near East with high power 9mm repeating PCP air rifles, complete with silencers and nightsights. Unlike a firearm, such a weapon, without sound, flash, or smoke, does not attract return fire - esp. in reduced light situations - the deadly projectile just seems to come from no-where!

Wow, ich hab auch was dazugelernt. Beeindruckend, daß die Kraft der Luftdruckgewehre erst in den 1860-igern von Vorderladern übertroffen wurde.

Der Absatz über moderne Luftdruckwaffen erregt mein Interesse. Gibt es in Ö. sowas zu kaufen, funktioniert das verläßlich und ist das frei ab 18?


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