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 Betreff des Beitrags: Der Jagdhut
BeitragVerfasst: 14. März 2006, 11:56 
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Uns Jägern wird ja gerne nachgesagt, daß wir neben einem Trophäen- und Waffenkult auch noch einen Hut-Kult betreiben.

Zu den ersten beiden kann man geteilter Meinung sein, ich freue mich jedenfalls über eine gute Trophäe, aber auch die Knöpfler haben einen Ehrenplatz, und daß mir Waffen Freude bereiten ist wohl evident (sonst wäre ich ja nicht hier).

Was den Jagdhut allerdings betrifft - da oute ich mich hier als Hut - Fetischist!
Bei kurzem Nachdenken komme ich alleine auf über zehn "jagdliche Kopfbedeckungen", wobei ich zur Jagd hauptsächlich diesen Hut trage:

BildBild

Diesen Hut habe ich 1999 beim "Tag der niederösterreichischen Jagd" in Laxenburg gekauft, so hat er damals ausgesehen (gleiches Modell, letzte Woche "nachgekauft"):

BildBild

Wie man sieht haben diese sieben Jahre bei meinem Hut ihre "Spuren hinterlassen" - was aber auch kein Wunder ist:
Er war bei (fast) jedem Reviergang mit dabei - egal ob Ansitz, Pirsch, Hochstandbau, Fütterungen beschicken, etc.
Er war bei unzähligen Niederwildjagden und Saurieglern mit dabei.
Er hat auch "Auslandserfahrung": Ungarn, Tschechien, Liechtenstein.
Er mußte als Gewehrauflage herhalten.
Er mußte als Trinkgefäß für den Hund herhalten.
Ich habe Eierschwammerl in ihm gesammelt.
Ich weiß nicht, wie oft ich mich draufgesetzt habe.
(Liste unvollständig)

Als "Sonntagshut" ist er jetzt nicht mehr zu gebrauchen, aber ich gehe davon aus, daß er mich noch einige Jahre ins Revier "begleiten" wird. Er hat schon einen eigenen Geruch und hat Löcher - aber ich werde ihn tragen, bis er "auseinanderfällt".
Dann kommt halt sein Nachfolger dran...

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Gruß
Richard Temple-Murray


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BeitragVerfasst: 14. März 2006, 12:40 
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Jäger tragen nicht gerne neue Sachen. Ob das ein Aberglaube ist oder die Angst davor als "Frischling" angesehen zu werden, weiß ich nicht recht. Sollte einmal erörtert werden.


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BeitragVerfasst: 14. März 2006, 14:34 
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Zitat:
Jäger tragen nicht gerne neue Sachen. Ob das ein Aberglaube ist oder die Angst davor als "Frischling" angesehen zu werden, weiß ich nicht recht.
Da spielen meiner Meinung nach viele Faktoren zusammen.

Aberglaube spielt wohl eine eher untergeordnete Rolle, und das mit dem "Frischling" kommt ja höchstens dann zum Tragen, wenn man auf fremde Jäger (etwa bei einer Jagdeinladung) trifft.

Ich selbst trage in der Freizeit hauptsächlich "grün" - und da meistens das selbe.
Warum? Weil's praktisch ist!
Die Jagdhose mit den Pattentaschen für Geldbörse, Jagdscheinetui, Messer, Kamm.
Die Jagdjacke mit Arbeitshandschuhen, Einweghandschuhen, Schnüren, Zigaretten,...
Alles immer am selben Platz, ein Handgriff genügt, kein lästiges Herumsuchen.
Nicht zu vergessen - gut eingetragene Jagdbekleidung ist auch noch herrlich bequem.

Es spricht allerdings auch nichts dagegen, mit neuen "Sachen" zur Jagd zu gehen - wenn man nicht gerade daherkommt wie der "Graf Pompsti".

Früher war es wohl Usus, einem (Jung-)Jäger, der mit einem neuen Hut daherkam, diesen wegzunehmen, in die Luft zu werfen, und mit ein paar Schroten zu perforieren. Erst dann galt der Hut als "jagdtauglich".
Wird aber heute wohl nicht mehr gemacht (Eigentlich schade, immer mehr alte Bräuche verschwinden einfach... :lol: )

Jagdkleidung "wächst mit einem mit", man gewöhnt sich daran und will sich nicht davon trennen.
Meine x-mal geflickte Lodenjacke ist wie eine zweite Haut, ich werde sie weiterhin flicken, so lange es geht. Einfach aus Bequemlichkeit.

Übrigens: Was ist der Unterschied zwischen einem Jäger und einem Fleischhacker?
Der Fleischhacker hat am Sonntag ein anderes G'wand an...

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Gruß
Richard Temple-Murray


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BeitragVerfasst: 7. April 2006, 21:06 
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Zitat:
Jäger tragen nicht gerne neue Sachen. Ob das ein Aberglaube ist oder die Angst davor als "Frischling" angesehen zu werden, weiß ich nicht recht. Sollte einmal erörtert werden.
Das findet sich bei manchen Berufen, die mit Natur zu tun haben. Könnte sein daß das einfach praktisch denkende Menschen sind :wink:

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Niemals wollen wir so tief sinken
von dem Kakao, durch den man uns zieht,
auch noch zu trinken.
(Erich Kästner) Nr.546


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BeitragVerfasst: 8. April 2006, 11:25 
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Erinnert an die Geschichte mit dem Cowboy, der eine Stunde lang gustiert, bis er einen neuen Stetson ausgesucht hat.
Vor dem Geschäft wirft er ihn auf den Boden, steigt zweimal drauf, klopft ihn am Stiefel ab und setzt ihn dann auf..


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BeitragVerfasst: 10. April 2006, 10:55 
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Ich habe zwar keinen Jagdhut (kein Jäger) aber mehrere Stetsons. Am liebsten trage ich meinen Ältesten (ca. 21 Jahre alt). Die neuen nur zu festlichen Ereignissen.

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SASS # 66906, NRA # 168015547


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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 00:14 
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Ich krame jetzt wieder einmal diesen alten Thread hervor weil seit gestern ein neuer Hut meine "Sammlung" ziert:
In meinem Jagdverein, dem Jagd- und Naturschutzverein St. Hubertus Gars am Kamp und Umgebung, haben wir einen neuen Vereinshut bekommen:

Bild

Bild

Bild
(zum Vergrößern bitte jeweils anklicken)

Die Auswahl des Modells, sozusagen die "Typenentscheidung", hat sich gar nicht leicht gestaltet: Bei unserer Monatsversammlung im Jänner kam der Hutmacher (aus Amstetten) mit sechs verschiedenen Modellen, alle wurden eingehend begutachtet, probiert, gelobt - und auch kritisiert.
Nebenbei kam auch jede Menge vergorenen Traubensaftes zur Anwendung.
Schließlich kam es wie es kommen mußte: Das schönste, aber auch teuerste Modell wurde ausgewählt.
Ist ja meistens so.

Der Hut - so wie er hier abgebildet ist, allerdings ohne Anstecknadeln - kostet die stolze Summe von € 145,-!
Es ist das Modell "Habsburg" und wurde auch nach unseren Vorstellungen umgestaltet: Hinter dem Hutband wurden links und rechts Bruchlaschen angebracht und - das ist der "Clou" - auf dem Hutband direkt wurde statt des Habsburg'schen Doppeladlers unser Garser Vereinswappen aufgestickt. (Am 3. Foto leidlich zu sehen.)

Wir konnten aber - ganz ohne Lobbyisten - den Preis "drücken": Rabatt bei 58(!) bestellten Hüten, Vereinsförderung - letztlicher Preis/Stk.: € 100,-!

Immer noch viel Geld für ein bissl Filz und Loden - aber ich hab' schon für wesentlich blödere Sachen mehr ausgegeben... 8)

Übrigens, um kurz vom Thema "Hüte" abzuschweifen: Der Jagd- und Naturschutzverein Gars am Kamp und Umgebung begeht im heurigen Jahr sein 60-jähriges Gründungsjubiläum.
Eine große Festveranstaltung wird aus diesem Anlaß in der Burgruine Gars stattfinden, und zwar am 09. September 2007.
Das genaue Programm werde ich für allfällig Interessierte in diesem Forum posten sobald es feststeht.
Eines kann ich jetzt schon versprechen: Jede Menge Jäger mit feschen Hüten...:mrgreen:

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Gruß
Richard Temple-Murray


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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 00:27 
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Wirklich ein schönes Stück, und der Hunderter schreckt mich letztendlich nicht sonderlich, mit den ganzen "Extras"... :wink:

Hoffe er macht Dir viel Freude, und es ziert ihn bald der erste Bruch!

Würdig!!!

LG, Gü

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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 08:32 
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Zitat:
Hoffe er macht Dir viel Freude, und es ziert ihn bald der erste Bruch!
Danke, Freude werde ich damit sicher haben - hab' ich jetzt schon!
Einstweilen wird's wohl nur der eine oder andere Standesbruch werden - das ist ein reiner "Sonntagshut" für Bezirksjägertage, Feierlichkeiten und - hoffentlich wenige - Jägerbegräbnisse.
In ein paar Jahren wenn er schon "abgetragen" ist kommt aber sicherlich auch die rechte Huthälfte dran!

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Gruß
Richard Temple-Murray


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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 08:37 
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was sind brüche?

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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 08:47 
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Das sind (abgebrochene) Ästlein, die bei Jägern unter Anderem zur "nonverbalen" Kommunikation dienen.

In Bezug auf die Kopfbedeckung sind es der "Beutebruch" und der "Standesbruch"

Der Standesbruch wird an der linken Hutseite getragen, meistens bei Anlässen wie oben beschrieben.
Der Beutebruch wird nach dem Erlegen eines Tieres leicht mit dem "Schweiß" (Blut) des Beutetieres benetzt, und an der rechten Hutseite getragen.

Versteht sich, dass die Asterln ein gewisses Ausmaß nicht überschreiten, bevor noch jemand fragt, wie man denn damit bei der Türe reinkommt... :wink:

LG, Gü

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BeitragVerfasst: 19. April 2007, 08:54 
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also auf deutsch:
blutverschmiertes holz??? :shock:

oi, ne ne jäger sein wär nix für mich :D

ich bleib bei dem erlegen von papier



(achtung, soll kein angriff sein, is ja nicht mein hut :wink: )

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