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BeitragVerfasst: 28. Juli 2006, 23:46 
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Registriert: 28. Juli 2006, 23:39
Beiträge: 14
Wohnort: Niederösterreich
Schönen Abend!

Da ich im WaffG nicht fündig wurde habe ich nun die Frage, ob der Import von Langwaffenmunition aus den USA nach Österreich (von mir als Privatperson) möglich ist. Die Bezirkshauptmannschaft konnte mir auch keine Auskunft darüber geben.

Ich bitte um eure waffenrechtliche Hilfe.

Vielen Dank im Voraus,
taotie


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BeitragVerfasst: 4. August 2006, 10:58 
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Registriert: 4. August 2006, 10:16
Beiträge: 48
Hallo Taotie,

bevor ich ihre Frage beantworten kann, wäre es interessant zu erfahren, ob sie die Munition persönlich im Rahmen einer Reise aus den USA mitnehmen, oder ob sie sich die Munition per Post schicken lassen wollen.

Gesetzt den Fall, dass sie sich die Munition per Post schicken lassen wollen, habe ich hier die Information der IAA (International Ammunition Association = US Patronensammlerverein):
http://www.cartridgecollectors.org/shipping.htm
Demnach ist ein Versand mit dem U.S. Postal Service nicht gestattet und UPS und FedEx erteilen gewisse Auflagen für den Versand per Erdweg. Luftpost ist demnach nicht möglich. Für die Einfuhr von Munition (Lang- oder FFW-Munition) aus einem nicht-EU Land benötigen sie lediglich eine österr. WBK.
Mit den Versandkosten, Zollkosten und der gleichen ist vermutlich eine Preisersparnis beim Selbstimport aus den US nicht zu erwarten.


Wenn sie die Munition im Zuge einer Urlaubsreise persönlich mitnehmen wollen, wird die Sache sehr haarig. Es gibt dabei folgende Probleme:

Problem Nr. 1:
Durch die Anti-Terror Gesetzgebung der Busch-Administration ist Ausländern ("non-residentual aliens") der besitz von Schußwaffen und Munition generell verboten. Freiheitsstrafe bei einem Vergehen: 10 Jahre!
Es gibt nur eine Möglichkeit diese Bestimmung zu "umgehen": Wenn sie im Zuge einer Jagdreise, eines Schießwettkampfes oder einer Waffenbörse ihre eigene Munition in die USA mitnehmen, bedarf es dafür eine Genehmigung des ATF (Formular Nr. 6 NIA). Zur Erlangung dieser Genehmigung müssen sie eine gültige Jagdlizenz eines US Bundesstaates (Kosten ca. $ 100,-) vorweisen (wenn sie als Grund eine Jagdreise angeben). Wenn sie zu einem Schießwettkampf oder Waffenbörse fahren, muß diese Veranstaltung beim ATF registriert sein und sie dafür eine an sie gerichtete Einladung des Veranstalters vorweisen können.
Auf diesem Formular 6 NIA führen sie die Menge und Art der Munition an, die sie einführen wollen. Achtung: Die Genehmigung dauert ca. 6 Monate! Gleichzeitig gilt diese Genehmigung als Besitzerlaubnis und zur Ausfuhr von nicht verbrauchter Munition. Wenn sie also angeben, 1000 Schuß Munition Kal. 308 Win einzuführen (ohne tatsächlich etwas mitzuführen) und dies bei der Einreise vom Zollbeamten nicht kontrolliert wird, können sie bei der Ausreise max. 1000 Schuß (also 0 Schuß verbraucht) aus den US wieder ausführen. Diese Praxis wird von Patronensammlern praktiziert, die verschiedenste Kaliber zum Tauschen mit in die USA nehmen und die eingetauschten Stücke wieder mit nach Europa nehmen.
Siehe dazu auch den o.a. Link der IAA.

Problem Nr. 2:
Munition im Fluggepäck:
Munition darf bei manchen Fluglinien überhaupt nicht transportiert werden. Bei den meisten Fluglinien (z.B. Star-Alliance) ist die Menge der mitzunehmenden Munition auf 20 Pfund (also knapp 10 kg) begrenzt. Diese darf natürlich nur im eingecheckten Gepäck transportiert werden und muß in der Originalverpackung, manchmal auch in einer metallischen Überverpackung verpackt sein. Beim Einchecken muß man die Munition im Koffer deklarieren, üblicherweise wird ein Zettel "unloaded Firearm" mit dazu gegeben. Da die Menge mit ca. 10 kg sehr begrenzt ist, bleibt die Frage ob sich das überhaupt auszahlt ... (10 kg entspricht in etwa 450 Schuß 308 Win.)

Problem Nr. 3
Transit der Munition durch ein EU Land:
Wenn man von Österreich in die USA fliegt, hat man in aller Regel einen Umsteige-Stopp in München, Frankfurt oder London.
Für diese EU Länder benötigen Sie dann eine Durchfuhrgenehmigung, da ja Langwaffenmunition in diesen Ländern nicht frei ab 18 wie in Österreich ist. Diese Genehmigung ist beim zuständigen Landkreisamt zu stellen und ist im Detail in den letzten IWÖ-Nachrichten (Artikel von Mag. Mötz) erklärt worden. Zur Erlangung dieser Durchfuhrgenehmigung benötigen sie außerdem eine Bestätigung der österr. Waffenbehörde, dass Langwaffenmunition in Österreich frei ab 18 ist und es somit keine österr. Besitzerlaubnis dafür gibt.
Ein weiteres Problem stellen die verschärften Sicherheitskontrollen insbesondere am Flughafen Frankfurt / Main dar. Dort wird jedes Gepäck (auch das bis zum Zielflughafen durchgecheckte) noch einmal geröntgt. Laut Auskunft eines deutschen Kollegen sind die Sicherheitsverantwortlichen am dortigen Flughafen nicht sehr aufgeschlossen bzw. verständnisvoll (um es höflich auszudrücken!). Von einer Mitnahmen von Waffen und Munition über den Flughafen Frankfurt kann, trotz Besitzes aller notwendigen Papiere, nur ausdrücklich gewarnt werden!

Aufgrund der hohen Strafdrohung in den USA und der strengen Kontrollen an den Flughäfen kann ich auch nur davor warnen Munition "einfach so" aus den USA mitzunehmen! Der ganze Ärger ist es nicht wert!

Dies war die lange Version der Fragebeantwortung.
Die kurze lautet: Vergessen sie´s!

Christian


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BeitragVerfasst: 4. August 2006, 13:17 
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Registriert: 28. Juli 2006, 23:39
Beiträge: 14
Wohnort: Niederösterreich
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

Der Import würde über einen Paketdienst gehen, da ich nicht persönlich in die USA kommen würde.

Die Kostenaufschläge für den Gefahrguttransport aus den USA wären sicher recht hoch (zuzüglich Zollabgaben) , sodass ich von einem Eigenimport Abstand nehmen werde. Es ging mir aber auch nicht um Kostenersparnis, sondern ich bekomme hier nicht jene Munition, die ich suche.

Ich danke vielmals für diesen Kommentar!

Grüße,
taotie


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 4. August 2006, 13:22 
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Registriert: 4. Januar 2006, 17:52
Beiträge: 3934
Wohnort: Gars am Kamp
@ taotie:

Schreib' doch einmal um welche Munition es sich handelt - vielleicht kann Dir ja jemand hier aus dem Forum weiterhelfen!

_________________
Gruß
Richard Temple-Murray


Cui bono?

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 Betreff des Beitrags: Munition, die ich suche
BeitragVerfasst: 4. August 2006, 14:11 
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Registriert: 28. Juli 2006, 23:39
Beiträge: 14
Wohnort: Niederösterreich
@ RITM & all:

Hallo!

Hier die näheren Erläuterungen zu der Munition, die ich suche, aber im deutschsprachigen Raum nicht finden konnte:

1. Russische 7.62x54r Dragunov Munition (Scharfschützenmun., Geschoß 152gr.), Bezeichnung: 7N1
bestimmte russ. Surplusmunition, die nur selten angeboten wird.
Link zur Identifizierung: http://7.62x54r.net/MosinID/MosinAmmo030.htm

2. Black Hills .308 Win. Match, Geschoß: 168gr., molycoated
Munition mit bestem Ruf in den USA, ist jedoch eine kleine Firma.
Link: http://www.black-hills.com/rfactorynew.htm

Wenn ihr mir hier weiterhelfen könntet, wäre ich sehr dankbar.

Grüße,
taotie


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 Betreff des Beitrags: Vergiss das mit importieren
BeitragVerfasst: 14. August 2006, 20:38 
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Registriert: 4. Januar 2006, 19:38
Beiträge: 463
Der Aufwand ist zu Groß. Die Munition etwa 9mm Para ist bei uns viel billiger als in den USA auch die 45 und 40 er , nur 357 und 38 sind etwa gleich. Alte Mil Muni bekommst oft in den USA billiger.

Die Match Muni in 308 mit 168 gr ( HPBT Siera Match King ) kannst von Norma,RWS,Federal und auch von S&B kaufen, die Norma bekommst Moly beschichtet und auch die Federal.
Wenn du sie dir selbst lädst kannst die 168 gr HPBT auch noch besser abstimmen auf dein Gewehr, dieses Matchlaborierung ist eine der Besten. Daher führen alle diese Muni Firmen sie im Programm


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BeitragVerfasst: 14. August 2006, 21:15 
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Registriert: 4. Januar 2006, 20:08
Beiträge: 812
Zitat:
Da ich im WaffG nicht fündig wurde habe ich nun die Frage, ob der Import von Langwaffenmunition aus den USA nach Österreich (von mir als Privatperson) möglich ist.
Geht wahrscheinlich nicht, da jede Patrone in Österreich erst beschossen werden müßte. Oder aus einem ähnlich geistreichen Grund. :D


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