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 Betreff des Beitrags: Bedeutung von "gültigem Beschuss"?
BeitragVerfasst: 5. April 2016, 22:07 
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Registriert: 22. Februar 2016, 11:51
Beiträge: 36
Guten Abend Freunde des liberalen Waffenrechts,

wie an meiner Postanzahl zu sehen bin ich relativ neu und habe eine Frage zu der Bedeutung von "gültigem Beschuss" (finde dazu leider nicht viel in der Suche).

Soweit ich es verstehe bedeutet es, dass eine Art Schusstest von einem Amt durchgeführt wurde. Danach erhält die Waffe ein Symbol.
Es wäre aber nicht zwingend erforderlich.
Welchen Sinn hat es dann?

Was ist, wenn eine Waffe keinen "gültigen Beschuss" hat?

Wenn eine Waffe neu von einem österreichischen Waffenhändler erworben wird, kann man dann automatisch davon ausgehen, dass sie einen "gültigen Beschuss" hat oder sollte man immer explizit nachfragen und beim Preisvergleich darauf achten?
Ist das Fehlen von einem "gültigen Beschuss" ein Zeichen für mangelnde Qualität der Waffe oder mangelnden Qualitätsanspruch des Waffenhändlers?

Kann man den "gültigen Beschuss" nachträglich auch selbst durchführen lassen? Was kostet das dann?

Für eine kurze Erklärung wäre ich dankbar.

Johi


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BeitragVerfasst: 5. April 2016, 22:31 
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Registriert: 6. Februar 2016, 06:45
Beiträge: 1499
Dazu gibts ein bisschen Lesestoff:

https://www.usp.gv.at/Portal.Node/usp/p ... 50065.html

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... r=20008704

_________________
Ein feste Burg ist unser Gott! (Martin Luther)

"Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta."

(Peter Scholl - Latour)


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BeitragVerfasst: 6. April 2016, 00:07 
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Registriert: 22. Februar 2016, 11:51
Beiträge: 36
Ok, soweit gelesen danke.

Also derjenige, der die Waffe "erstmalig in Verkehr bringt" ist zuständig, also der Waffenhändler.

Jetzt hat sich jemand auf meine Suchanzeige bei waffengebraucht.at gemeldet und schreibt er hätte die Waffe vor einigen Monaten neu bei einem Waffenhändler gekauft. Sie hätte aber keinen gültigen Beschuss. Wie kann das sein?


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BeitragVerfasst: 6. April 2016, 08:17 
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Registriert: 4. Januar 2006, 22:38
Beiträge: 10548
Das kann nicht sein. Irgendwas stimmt da nicht.


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BeitragVerfasst: 6. April 2016, 09:21 
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Registriert: 16. November 2011, 18:41
Beiträge: 562
Die Theorie und die Praxis des Beschussgesetztes sind zwei Paar Schuhe.


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BeitragVerfasst: 6. April 2016, 13:37 
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Registriert: 4. Januar 2006, 19:53
Beiträge: 3601
Der Unterschied liegt in den Kategorien "Gebrauchswaffen" (d.h. man möchte damit grundsätzlich auch schießen können) und "Sammlerwaffen" (d.h. man möchte es tunlichst vermeiden, damit zu schießen).

Gebrauchswaffen benötigen einen gültigen Beschuss. Dann kann man davon ausgehen, dass die Waffe bei Verwendung von einwandfreier, geeigneter Fabriksmunition voraussichtlich kein katastrophales Versagen der Integrität erleiden wird.

Bei Sammlerwaffen geht man davon aus, dass diese (ggf auch mangels Verfügbarkeit passender Munition oder wegen des hohen ideellen Wertes) eben nicht benutzt werden sollen.

Gebrauchswaffen ohne gültigen Beschuss sollte es beim Händler nicht geben.

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MgNr 3730

„Lösungen mathematischer Probleme werden nicht durch Abstimmung entschieden.“ – Marilyn vos Savant

"Ich trage eine Waffe weil mir ein Polizist zu schwer ist."

"L'Etat n'est plus nous."


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BeitragVerfasst: 7. April 2016, 18:31 
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Beiträge: 1160
Das mit den Sammlerwaffen trifft aber nur auf Waffen vor 1900 zu. Die viele Ordonanzgewehre ohne Beschuss, die mit dem Zusatz "Sammlerwaffe" auch von Händlern ohne Beschuss verkauft werden sind eigentlich alle nicht OK.

Der Inverkehrbringer ist für den Beschuss zuständig von daher ist es fast ausgeschlossen, dass Neuwaffen vom Händler keinen Beschuss haben. Wenn doch, ist was faul.

Unabhängig davon kannst du natürlich eine Waffe auch selbst zum Beschuss in Wien oder Ferlach einreichen. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen. Genaue Auskunft erhältst du per Tel. vom BA.

Angemerkt sei auch noch, dass eine Waffe keinen österr. Beschuss haben muss, die Beschusszeichen anderer CIP-Mitgliedstaaten werden nämlich auch anerkannt.

_________________
Wolfgang


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BeitragVerfasst: 7. April 2016, 21:23 
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Registriert: 23. März 2010, 19:19
Beiträge: 3349
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Also, meines Wissens nach gelten europaweit ALLE Beschußzeichen welche nach 1945 gestempelt wurden...
grüsse
sousek, M.Nr. 718


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BeitragVerfasst: 7. April 2016, 23:16 
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Registriert: 23. März 2011, 17:12
Beiträge: 1160
Da muss ich dich korrigieren Karl:

Beschussverordnung 2013 idgF
Zitat:
Verpflichtung zur beschussamtlichen Erprobung
§ 2. (1) Zur Einreichung zur beschussamtlichen Erprobung der Handfeuerwaffen und höchstbeanspruchten Teile von Handfeuerwaffen sind alle jene natürlichen und juristischen Personen verpflichtet, welche diese Gegenstände in Österreich herstellen, in Österreich in den Verkehr zu bringen beabsichtigen bzw. entgeltlich vermitteln, dass sie in den Verkehr gebracht werden.
(2) Die Verpflichtung gemäß Abs. 1 entfällt hinsichtlich von Handfeuerwaffen und höchstbeanspruchten Teilen von Handfeuerwaffen, welche mit einem gültigen österreichischen (§ 19 Abs. 2 und 4, § 34 Abs. 1, § 48 Abs. 4) oder anerkannten Prüfzeichen gemäß den Bestimmungen der Prüfzeichenverordnung 2013, BGBl. II Nr. 444/2013, versehen sind, sowie hinsichtlich der in § 38 Abs. 4 bezeichneten Schussapparate. Die Verpflichtung gemäß Abs. 1 entfällt ferner hinsichtlich jener natürlichen Personen, die innerhalb des Hoheitsgebietes der Republik Österreich keinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, allerdings nur hinsichtlich der zu ihrem persönlichen Gebrauch vorübergehend in das Bundesgebiet eingebrachten Handfeuerwaffen und höchstbeanspruchten Teile von Handfeuerwaffen.
Die oben genannte Prüfzeichenverordnung 2013 idgF
nennt neben Österreich noch Belgien, Chile, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn und Yugoslawien, welche also die Mitgliedstaaten der CIP sind.

_________________
Wolfgang


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BeitragVerfasst: 8. April 2016, 00:33 
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Registriert: 22. Februar 2016, 11:51
Beiträge: 36
Danke für die wertvollen Infos, jetzt habe ich das Thema durchblickt.
Wie sich nun auch herausgestellt hat (der Privat-Verkäufer wußte es offenbar selbst nicht genau), hat die Gebrauchtwaffe offenbar CIP-Beschusszeichen aus Tschechien, somit scheint dann doch alles wieder im Lot und der Neukauf vor einigen Monaten bei einem österr. Waffenhändler für glaubhaft.

Bei Gebrauchtwaffenkauf von Privat aber dann ja etwas, auf das man sehr aufpassen muss, deswegen vielleicht auch für andere Neulinge interessant gewesen...


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BeitragVerfasst: 8. April 2016, 01:12 
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Registriert: 23. März 2011, 17:12
Beiträge: 1160
Zitat:
Bei Gebrauchtwaffenkauf von Privat aber dann ja etwas, auf das man sehr aufpassen muss, deswegen vielleicht auch für andere Neulinge interessant gewesen...
So tragisch ist das nicht.
Erstens hat quasi alles, was nach 1945 gebaut wurde ohnehin einen gültigen Beschuss und zweitens kann man eine Waffe im Falle des Falles ja problemlos beschießen lassen, ist auch nicht teuer.

Anzumerken sei noch, dass eine Waffe neu beschossen werden muss, wenn Änderungen an den sog. "höchstbeanspruchten Teilen" vorgenommen wurden, also an Lauf, Verschluss, Trommel usw. und gewisse Änderungen aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr beschossen werden, so zB die früher übliche Praxis, Montagebasen für ZF in die Systemhülse von Repetierern einzufräsen.

_________________
Wolfgang


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