Aktuelle Zeit: 19. August 2018, 03:57

Alle Zeiten sind UTC+02:00




Forum gesperrt  Dieses Thema ist gesperrt. Sie können keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 14 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Die SPÖ im Wandel der Zeit
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 12:30 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 6. Januar 2006, 13:12
Beiträge: 1808
Wohnort: Braunau (OÖ)
Servus,

wollte hier mal einen kleinen Artikel über die SPÖ im Wandel der Zeit schreiben.
Nachdem die Tochter eines unserer Mitglieder im Verein mit unserem Schützenmeister ein Projekt für die Abend-HAK ausarbeitet, hat er in diesem Zusammenhang auch mal das uralte Schützen- bzw. Gästebuch des Vereins vom Archivar herauskramen lassen. Wobei ich hier mal kurz anmerken möchte, dass ich das für eine sehr gute Aktion halte, nachdem dadurch der Schießsport hervorgehoben wird, und Waffen auch mal von der positiven Seite beleuchtet werden.
Begonnen wurde das Buch 1865 als Schießbuch, in dem jeder Schuss eines Schützen vermerkt wurde. Es ist faszinierend zu sehen welcher Aufwand hierfür betrieben wurde, wenn man in Betracht zieht, dass das ganze ohne Computer oder dgl. Gemacht wurde.
Nun aber zum wichtigeren Teil, der zweiten hälfte des Buches. Anlässlich der Eröffnung des KK-Gewehr-Standes für 50m wurde eine Feier mit hoher Prominenz durchgeführt und dazu das Buch als Gestebuch aufgelegt. Und siehe da, wer den Ehrenschutz übernahm - Franz Jonas, damaliger Bundespräsident und SPÖ-Mitglied.
Des weiteren ist auch zu lesen, dass zur Eröffnung des Pistolenstandes die hohen Herren der Oberösterreichische Presse und des ORF eingeladen und auch teilgenommen haben.
Man kann nur staunen und sich wundern wie sich das alles geändert hat.

Wenn man nun noch etwas weiter zurück geht kann man von der SPÖ auch noch ganz andere Töne hören.
Man nehme z.B.:
Zitat:
Erst nach der Durchsetzung des Liberalismus und der Herausbildung eines konstitutionellen Systems in den 60er Jahren waren Voraussetzungen geschaffen (insbesondere durch das Vereins- und Versammlungsgesetz vom Dezember 1867), um eine organisierte ArbeiterInnenbewegung entstehen zu lassen. Der noch im selben Jahr gegründete Wiener ArbeiterInnenbildungsverein wurde zur Keimzelle der österreichischen ArbeiterInnenbewegung, in der die Bildungs- und Kulturarbeit somit von Anfang an eine besondere Rolle spielte ("Wissen ist Macht"). Die junge ArbeiterInnenbewegung entfaltete eine rege Tätigkeit; in zahlreichen Massenversammlungen, Arbeitertage genannt, wurden die Forderungen der Arbeiter der Öffentlichkeit verkündet. Der neunte Arbeitertag am 30.08.1868 beschloß bereits ein "Sozialdemokratisches Programm", das alle wesentlichen politischen Forderungen wie die Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts, Abschaffung des stehenden Heeres und Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Redefreiheit und Koalitionsrecht (darunter wurde das Recht zur Bildung von Gewerkschaften verstanden) enthielt.

Quelle: http://www.sjoe.at/content/wien/infos/h ... /1020.html
etwas anders noch hier:
Zitat:
Die Sozialdemokraten:
1867 Erster Arbeiter-Bildungsverein in Wien gegründet mit dem Ziel, die Arbeiter durch Anhebung ihres Bildungsniveaus für die politische Mitarbeit im Staat reif zu machen.
Im Dez. 1869 marschierten 20000 Arbeiter in Wien auf und forderten in einer Bittschrift von der liberale Regierung das unbeschränkte Koalitionsrecht, die volle Pressefreiheit, die allgemeine Volksbewaffnung, die Abschaffung des stehenden Heeres und das allgemeine Wahlrecht. Die Wirtschaftskrise von 1873 führte zu einer Spaltung in „Radikale" und „Gemäßigte".
1874 Programm von Neudörfl (Burgenland): allgemeines, gleiches, direktes, geheimes Wahlrecht mit 20, unentgeltlicher Unterricht an allen Schulen, Beseitigung der Zuchthausarbeit als Konkurrenz für freie Arbeit, Volksheer statt stehendes Heer, Einschränkung der Frauenarbeit, Abschaffung der indirekten Steuern und Einführung einer einzigen progressiven Einkommensteuer, Staatskredite für Arbeiterproduktionsgemeinschaften.
1888 Einigung der Gruppen unter Viktor Adler (Hainburg): Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen Partei.

Quelle: http://194.208.17.182/teblumar/htm_d/ge ... te_5bi.htm
Ja, siehe da und staune, die SPÖ war mal für eine Volksbewaffnung.

Jetzt kann man wirklich sagen: "Was ist nur aus der guten alten SPÖ geworden?"


Sollte jemand noch mehr ausgraben können, was man bei bedarf der SPÖ oder dgl. um die Ohren hauen kann, bitte - nur zu!


MfG - Jogi

_________________
... proud to be a part of it ...
- Waffengalerie
- Priv. Schützengesellschaft Braunau 1403
IWÖ-Mitlgliedsnummer: 5222


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 17:13 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 21:55
Beiträge: 545
Wohnort: WGS84 80°19´00"N / 57°55´00"E
tja die roten wissen auch warum.
schließlich haben die schutzbündler mit gestohlenen und illegalen waffen im februar 1934 ein kleines gemetzel angezettelt - damals war das noch OK 8) :wink:

_________________
"The man to protect you is you. Not the state, not the agent of the state, and not your hired hand. YOU!"
Jeff Cooper 1920-2006


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 17:25 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 20:09
Beiträge: 1014
Nur war das "kleine Gemetzel" ein Aufstand gegen die anstehende Diktatur. Das Parlament war ausgeschalten, die Wahlen ausgesetzt und grundlegende Bürgerrechte aufgehoben- so wie es sich die Heimwehren im Korneuburger Eid geschworen hatten. Gegen ein solches Regime ist jeder Widerstand legitim und eigentlich erste Staatsbürgerpflicht.
Daß man den Aufstand mit Kanonen zusammenschießen ließ und dann selbst Schwerverwundete zum Galgen schleppte, ist wohl in den Augen jener die heute noch das Dollfuß-Bild im Parlamentsklub verehren, Zeichen wahrer christlicher Nächstenliebe.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 18:18 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 22:38
Beiträge: 10551
Die "Volksbewaffnung" stammt ua. aus dem Hainfelder Programm, Ende des 19 Jahrhunderts


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 19:55 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 14. Januar 2006, 13:29
Beiträge: 1816
die Roten sehnen sich vielleicht nach einer Zukunft mit einem "roten Dollfuß", dann sollte sich natürlich niemand mehr wehren können :twisted:

_________________
IWÖ-Mitgliedsnummer: 5283
Einigkeit macht stark!
Vivat et res publica, gloriosa Austria.

Bin interessiert an österreichischen Ordonnanzwaffen & Zubehör, auch Exportmodelle (ab 1800)


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 20:02 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 20:12
Beiträge: 4597
Zitat:
.. Daß man den Aufstand mit Kanonen zusammenschießen ließ ..
Nach den mir zugänglichen Informationen wurde Artillerie praktisch nur zum Breschen-Schießen in die ja etwas festungsartig angelegten Gemeindebauten verwendet.
Und zwar mit _unbezünderter_ Munition.

Kein verantwortungsbewußter Kommandant wird seine Leute sinnlos opfern. Und auch die Soldaten des damaligen österreichischen Heeres waren ja Menschen - oder ?

Aber "zusammenschießen" klingt halt besser.

Und - bitte lies Dir die Parolen von der "Diktatur des Proletariats" u.ä. durch und überlege Dir die Alternativen ..

Ich bin - schon konfessionsbedingt - kein Anhänger des Ständestaates und seiner Politik, aber Schwarz-Weiß-Malerei scheint hier fehl am Platz.
Auch für einen Parteisoldaten.

mfG. d.


Zuletzt geändert von Dave am 20. Februar 2007, 20:35, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 20:47 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 4. Januar 2006, 17:52
Beiträge: 3934
Wohnort: Gars am Kamp
Wir werden jetzt hier (hoffentlich) nicht die Geschichte der Ersten Republik neu aufarbeiten.

Zur Klarstellung allerdings:
Wie zakrajsek schon geschrieben hat stammt die "Volksbewaffnung" aus dem 19. Jhdt. . Die militärische Aufrüstung des Schutzbundes begann nach dem 15. Juli 1927, und zwar unter Alexander Eifler.

Der "Korneuburger Eid" erfolgte am 18. Mai 1930, also knapp drei Jahre später.

Nebenbei: Dollfuß "verehren" oder doch Marx&Engels - das ist wohl ein "no-brainer".
Wenn man denn schon glaubt jemanden verehren zu müssen.

_________________
Gruß
Richard Temple-Murray


Cui bono?

Bild


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 21:01 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 20:09
Beiträge: 1014
Zitat:
Zitat:
Und - bitte lies Dir die Parolen von der "Diktatur des Proletariats" u.ä. durch und überlege Dir die Alternativen .
Simma schon wieder revisionistisch unterwegs?
Die von langer Hand geplante Abschaffung des demokratischen Systems mit einem Befreiungsschlag gegen eine drohende Diktatur des Proletariats zu rechtfertigen, und den Einsatz von Panzerwagen und Kanonen gegen das Volk unter "Schutz von Leben" zu subsumieren, das ist schon jenseits von a-historisch. Schau Dir mal die Machtverhältnisse der Monate vor dem Bürgerkrieg an, schlag unter Korneuburger Eid nach oder lies einfach mal bei renommierten Historikern nach. zB.:
Zitat:
„Die Verantwortung dafür lag bei der Regierung. Die Heimwehr hatte bereits Anfang Februar 1934 die kalte Machtergreifung in den Bundesländern versucht. Die Sozialdemokratie wurde bis aufs äußerste gereizt. Die Verhaftung von 200 Schutzbündlern ließ eine Armee ohne Kopf zurück. Als die Linzer Schutzbundführung am Morgen des 12. Februar eher zufällig zurückschlug – gegen den Willen der Parteiführung – , war es ein Akt purer Verzweiflung, der gegen die vorbereitete Macht der Exekutive, des Bundesheeres, der rechten Wehrverbände wenig Chance hatte. Der Generalstreik scheiterte. Die Kämpfe konzentrierten sich auf Ost- und Südostösterreich. Der Westen blieb davon fast völlig unberührt.“
Ernst Hanisch (wohl auch ein "Parteisoldat"), Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert 1890-1990 (Wien 1994).

PS: An Deine Bereitschaft, dem Staat die Befugnis zuzugestehen Bürgerrechte "aus guten Gründen" einfach aufzuheben, werd ich Dich erinnern wenn Du wieder mal lauthals gegen Entwaffnungspläne schreist. Damals mußte man das Volk vor der "Diktatur des Proletariats" schützen, heute eben vor "zu vielen Gewaltopfern"...


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Februar 2007, 21:15 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 20:12
Beiträge: 4597
@Gerald:
Ich weiß ja nicht, warum du sofort Äußerungen unterstellst, die nie gemacht wurden.
Vielleicht könntest Du - soferne Dir die Parteibrille nicht zu sehr die Sicht nimmt - mal meine Worte sachlich durchlesen ..
Noch einmal - schwarz-weiß-Malerei ist halt etwas sehr einfach ..

mfG. d.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21. Februar 2007, 07:19 
Offline

Registriert: 24. Oktober 2006, 08:38
Beiträge: 1524
Zitat:
Simma schon wieder revisionistisch unterwegs?
Die von langer Hand geplante Abschaffung des demokratischen Systems mit einem Befreiungsschlag gegen eine drohende Diktatur des Proletariats zu rechtfertigen, und den Einsatz von Panzerwagen und Kanonen gegen das Volk unter "Schutz von Leben" zu subsumieren, das ist schon jenseits von a-historisch.

Ich kann Dir leider den Vorwurf nicht ersparen, daß Du Dich nur oberflächlich mit der Zeit beschäftigt hast. Es ist völlig klar, daß weder die Sozialdemokraten noch die Christlichsozialen und natürlich auch nicht die Heimwehr an der Demokratie hangen. Die programmatischen Aussagen des Austromarxismus lassen da an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Letztlich ging es nur darum, an der Wahlurne die staatlichen Machtmittel in die Hand zu bekommen, um das andere Lager auszuschalten. Der Dollfuß war halt schneller.

Und "das Volk" gab es damals schon gar nicht. Sondern drei unversöhnliche Lager. Abgesehen davon, daß Deine Diktion ohnehin Blödsinn ist, da sowieso nur ein geringer Teil der Sozialisten putschte. Man schoß also nicht auf "das Volk", sondern einen Flügel der SP.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23. Februar 2007, 15:26 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 1. Februar 2007, 15:17
Beiträge: 1044
Wohnort:
Lasst's den Dollfuß in Frieden ruhn.
Egal was für ein Diktator er war, ein Patriot war er ja.

Lieber österreichliebenden Austrofaschiusmus à Dollfuß als ein Deutsches Reich verehrender Deutschnationaliscmus von Strache.

Natürlich ist Demokratie das Beste was es gibt. Also nix falsch verstehen, bitte.

_________________
Waffengalerie:


OA-15


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23. Februar 2007, 21:27 
Offline

Registriert: 26. Januar 2006, 00:47
Beiträge: 4516
Zitat:
Lasst's den Dollfuß in Frieden ruhn.
Egal was für ein Diktator er war, ein Patriot war er ja.
:shock:
Puh! Da werden sich die Opfer aber freuen, daß sie wenigstens von einem patriotischen System ermordet wurden.
Also ich will weder von einem Kerzlschlicker-Oberministranten, Kulturrevolutionär, Kommunisten, Nazi oder sonst wem unterdrückt und/oder verfolgt und ermordet werden.
Schade, daß ihn die Nazis weggeräumt haben, jetzt wird er als "Naziopfer" hochstilisiert.
Patriotische Österreicher hätten das machen sollen.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags: Revisionismus ?
BeitragVerfasst: 24. Februar 2007, 11:06 
Offline

Registriert: 4. Januar 2006, 20:12
Beiträge: 4597
War ( ist ) das nicht ein beliebter Anklagepunkt in Diktaturen, um Mißliebige zu verfolgen bzw. zu ermorden ?
MbE. sollte man mit dem Gebrauch solcher -ismen ebenso vorsichtig sein wie mit dem Verwenden von NS - Parolen.
Denn ganz rechts und ganz links unterscheiden sich mbE. nur in der Farbe.


Nach oben
   
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25. Februar 2007, 12:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 1. Februar 2007, 15:17
Beiträge: 1044
Wohnort:
Welchen Bevölkerungszuwuchs und welche Missstände?
Meinst Du die paar Ausländer, die jedes Jahr nach Österreich kommen (müssen), um das marode Pensionssystem vor dem Kollaps zu retten?

_________________
Waffengalerie:


OA-15


Nach oben
   
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Forum gesperrt  Dieses Thema ist gesperrt. Sie können keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 14 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC+02:00


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Datenschutzhinweise