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 Betreff des Beitrags: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 12. Januar 2020, 19:44 
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Am 8. Jänner 2012 nahm die Krone-Kolumnistin Franziska Trost Stellung zu der zuvor verlautbarten Meldung, dass in Österreich mehr als eine Million Waffen in Privatbesitz registriert sind. 2018 sei die Zahl der Waffen in privater Hand wiederum angestiegen.

Das war für die Kolumnistin vollkommen unverständlich. Sie erklärte anhand des Beispiels eines mexikanischen Künstlers, dass privater Waffenbesitz ein Unding wäre. Der Künstler hatte zuvor eine erkleckliche Zahl von Schusswaffen eingesammelt, eingeschmolzen und sie zu Schaufeln umfunktioniert. Dieses hehre Beispiel möchte Frau Trost offensichtlich auch gerne in Österreich umgesetzt sehen.

Nach dem groben Unfug der Krone-Kolumnistin wollte ich nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern schrieb nach mehrjähriger Abwesenheit in den Leserbriefspalten, einen Leserbrief an die Kronen Zeitung.

Natürlich wusste ich von den gravierenden Änderungen innerhalb der Kronen Zeitung und der seither zu Tage getretenen Blattlinie. Ich dachte aber, einen Versuch sei es wert. Leider habe mich da gründlich getäuscht. Seit der geänderten politischen sowie Besitzverhältnissen der Kronen Zeitung, die offensichtlich klare Spuren innerhalb der Krone-Redaktion hinterließ, wird offensichtlich, dem Linkstrend folgend, eine waffenfeindliche Linie gefahren. So sieht es aus.

Dass es einmal ganz anders war, kann ich anhand meiner eigenen Erfahrungen nachweisen. In den Jahren der „heißen“ Phase der Antiwaffenkampagne (1998 – 2005) war es mir gelungen insgesamt 120 Leserbriefe in den verschiedensten Zeitungen unterzubringen. Allein in der Kronen Zeitung waren es an die 15. Mit Fug und Recht darf ich behaupten, dass ich österreichweit am meisten waffenrelevante Leserbriefe veröffentlicht bekam. Ich will nicht behaupten, dass es keine gescheiteren Leute als mich gegeben hatte, nein, nur hat sich außer mir keiner die Mühe gemacht. Von vielen unserer „eigenen“ wurde ich sogar verlacht oder verächtlich gemacht. Sie schrieben sich viel lieber in den diversen „Waffenforen“ die Finger wund. Waffenforen haben aber keine Breitenwirkung. Da schreiben und lesen nur die Experten. Kein Normalbürger macht sich die Mühe, meistens fehlt auch jedes Interesse dazu, ein Waffenforum zu öffnen und sich dort zu informieren. So war ich, mit einzelnen Ausnahmen - das möchte ich betonen! – auf weiter Flur einsam und alleine unterwegs.

Nachdem seit meinem Leserbrief schon 4 Tage vergangen sind, ohne dass er erschienen wäre, möchte ich euch den Inhalt hiermit bekanntgeben. Vielleicht kann ich den einen oder anderen doch davon überzeugen, dass man mit einem erschienen Leserbrief weit mehr Normalbürger erreichen kann (könnte), als mit einem Eintrag in einem Waffenforum.

Text des Leserbriefes:

Blinde Waffenangst

Franziska Trost schreibt über die hehren Ziele des mexikanischen Künstlers Pedro Reyes, der eingesammelte Schusswaffen einschmolz und zu Schaufeln verarbeitete. Dabei vergisst Frau Trost in ihrem unbändigen Waffenhass, dass die 32.079 Mordopfer des Jahres 2017 in Mexiko (Quelle UNDOK) sicherlich sehr froh gewesen wären, wenn sie im alles entscheidenden Augenblick eine Schusswaffe zur Hand gehabt hätten. Jede Entwaffnung und jede Gesetzesverschärfung wird ausschließlich von den gesetzestreuen Bürgern befolgt. Kein Krimineller oder Terrorist ist so dumm, sich um ein Gesetz zu kümmern oder seine Waffe abzugeben!
Was den Anstieg der Zahl der Waffen in privater Hand in Österreich anbelangt, auch die Österreicher werden wissen, warum sie „aufrüsten.“


Franz Schmidt

Liebe Freunde: An die Tasten!
Nur wenn viele über ein gewissens Thema schreiben, werden wir wieder unseren Platz zurückerobern können.
Leider habe ich damals aufgehört zu schreiben, weil ich wie gesagt, von "eigenen" oft angefeindet wurde und ich mir dann auch dachte, dass die vielen supergescheiten Poster in den Foren doch auch ihre Meinung einer breiten Ösffentlichkeit zugänglich machen werden. Davon war aber bis heute nichts wahrzunehmen. So viel Hirnschmalz ist da wirkungslos verpufft!

Wer kämpft, der kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!
Berthold Brecht


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 13. Januar 2020, 12:49 
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Registriert: 18. Mai 2013, 09:02
Beiträge: 407
Ja lieber Franz...wir müssen kopfschüttelnd erkennen wohin die Reise (leider) geht...!

Die Ignoranz & Unterdrückung bzgl. der Veröffentlichung kritischer Lesermeinungen ist dabei nur ein Punkt.

Heute war in der Morgensendung von Puls 4 ("Frühstücksfernsehen") ein Beitrag über die aktuell angestiegene Zahl der Waffenkäufe zu sehen.
Unser "verehrter" Herr Waffenexperte Markus Schwaiger (Fa. Euroguns) hat wieder einmal erklärt dass der Zugang zu Langwaffen in Österreich viel zu einfach wäre...weil nahezu jeder Interessent ohne ein waffenrechtliches Dokument zu besitzen eine Langwaffe kaufen könne.
Immerhin wurde nach dem Beitrag in der Abmoderation gesagt dass der überwiegende Teil (über 70%) der Verbrechen mit einer Schusswaffe mit illegalen Waffen erfolgt.
DAS zu bekämpfen wäre ein lohnender Ansatz, genau DA liegt das Problem...aber das hat Herr Schwaiger mit keinem Wort erwähnt!

Der Verein "N..Ö" hat sogar Anfang 2018 angeregt die Erlangung des Waffenführerscheins zu erschweren, da war sogar von einem ganzen Seminar- und Prüfungstag die Rede! (Quelle Archiv F. S.)
Vermutlich würde das gerne der Verein selbst, mit Hilfe ausgesuchter Waffenhändler durchführen...höre ich da im Hintergrund Geld klimpern?

Ein weiterer bedenklicher Punkt im Bezug auf legalen Waffenbesitz ist der Trend an allen Ecken und Enden neue "Interessengemeinschaften" (Vereine) zu gründen.
Böse Zungen behaupten es ginge dabei in erster Linie um das liebe Geld welches in Form verschiedener Mitgliederkategorien eingehoben wird. Ich sage es einmal ganz locker...aus meiner persönlichen Sichtweise...niemanden ist es bisher gelungen eine "bessere IWÖ" auf die Beine zu stellen. Fakt ist...durch die Aufteilung auf verschiedene Vereine haben wir LWB keine gemeinsame Stimme mehr, wir werden ignoriert und als Splittergruppen nicht mehr wahrgenommen.

Und da sind wir jetzt wieder beim Thema "Leserbriefe"...unsere berechtigten Anliegen werden nicht mehr thematisiert, Leserbriefe werden nicht mehr abgedruckt!

Vieles können wir kaum mehr beeinflussen, aber fachlich fundierte (!) Leserbriefe zu schreiben sollten wir uns nicht nehmen lassen!


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 14. Januar 2020, 12:13 
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Registriert: 4. Januar 2006, 21:32
Beiträge: 260
Mein Aufruf an die Jüngeren:

Ich weiß, dass die meisten der jungen Besserwisser oder Trittbrettfahrer meine obigen Worte nur belächeln werden.

Mir macht eure Untätigkeit nichts mehr aus. Mir kann kein verschärftes Waffenrecht bzw. ein Waffenverbot noch was anhaben. Hab erst kürzlich bei Springer 65 Schusswaffen versteigern lassen.

Ihr aber, solltet euch am Riemen reissen, wenn ihr eure Waffen behalten wollt, wenn ihr eure Hobbies weiter ausüben wollt. Euch wird ein ungleich stärkerer Wind ins Gesicht blasen.

Unserer - alten - Generation ist es gelungen, in einer mehr als 20 Jahre andauernden Antiwaffenkampagne dagegenzuhalten. Unser Einsatz war enorm. Unser Zusammenhalt ebenso.

Was ich heute sehe, läßt mich nur erschaudern.

Ich wünsch euch trotzdem alles Gute.

Franz Schmidt


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 15. Januar 2020, 19:37 
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Registriert: 4. Januar 2006, 21:22
Beiträge: 649
Wohnort: Wien
Habe vor, folgendes Schreiben an die Kolumnistin zu schicken:

Zitat:
Sehr geehrte Frau Trost!

In Ihrem Artikel vom 08.01.2020 nutzen Sie wieder einmal die Gelegenheit, auf den privaten Waffenbesitz verbal einzuprügeln.
Ich habe dazu einige Anmerkungen und Fragen.
Vor ein paar Tagen wurde ein Passagierflugzeug von iranischen Raketen abgeschossen.
176 Tote waren zu beklagen!
Allein im zwanzigsten Jahrhundert wurden mindestens 400 Millionen Menschen vom Staat in Kriegen, Bürgerkriegen, Pogromen und Einsätzen gegen Regimekritiker sowie interne Gegner getötet.
Es ist zu befürchten, dass es in diesem Jahrhundert nicht viel weniger Opfer geben wird.
Alle diese Gräueltaten geschahen und geschehen mit staatlichen Waffen!
Warum machen Sie sich nicht für ein staatliches Waffenverbot oder wenigstens für eine starke Einschränkung staatlicher Massenvernichtungsmittel stark?
Aber nein, davon bei bei Ihnen und Ihren Journalistenkollegen wenig bis gar nichts zu lesen.
Statt dessen überbieten sie sich gegenseitig bei der Hetze gegen Privatwaffenbesitzer.

Mit freundlichen Grüssen,
....
Habe den Krone Artikel nicht mehr online gefunden.
Das Schreiben basiert daher nur auf das Posting von F. Schmidt.
Er sollte auch nicht als Kritik am Bundesheer verstanden werden.
Es geht für mich nur gegen die Ungerechtigkeit "Der Staat darf alles, der private Bürger darf nix".
Darum bin ich noch unschlüssig, den Brief abzusenden.
Was meint ihr dazu?

Freundliche Grüsse,
fischeg3
3998


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 15. Januar 2020, 19:55 
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Registriert: 4. Januar 2006, 21:32
Beiträge: 260
Lieber Fischeg, leider habe ich den Text der Kolume auch nicht mehr. Ich hatt ihn nur fotografiert und nach dem Verfassen des LB wieder gelöscht. Aber ich denke, dass dein Brief dem Sinne nach paßt.

LG Franz


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 21. Januar 2020, 18:55 
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Registriert: 4. Januar 2006, 21:22
Beiträge: 649
Wohnort: Wien
Der Artikel von Frau Trost ist hier zu finden:
https://www.pressreader.com/austria/kro ... 0444227792

Mein Brief ging ein wenig abgeändert bzw. erweitert so raus:
Zitat:
Sehr geehrte Frau Trost!

In Ihrem Artikel vom 08.01.2020 nutzen Sie wieder einmal die Gelegenheit, gegen den privaten Waffenbesitz zu schreiben.
Ich habe dazu einige Anmerkungen und Fragen.
Vor ein paar Tagen wurde ein Passagierflugzeug von iranischen Raketen abgeschossen.
176 Tote waren zu beklagen!
Allein im zwanzigsten Jahrhundert wurden mindestens 400 Millionen Menschen vom Staat in Kriegen, Bürgerkriegen, Pogromen und Einsätzen gegen Regimekritiker sowie interne Gegner getötet.
Es ist zu befürchten, dass es in diesem Jahrhundert nicht viel weniger Opfer geben wird.
Alle diese Gräueltaten geschahen und geschehen mit staatlichen Waffen!
Warum machen Sie sich nicht für ein staatliches Waffenverbot oder wenigstens für eine starke Einschränkung staatlicher Massenvernichtungsmittel stark?
Aber nein, davon bei bei Ihnen und Ihren Journalistenkollegen wenig bis gar nichts zu lesen.
Statt dessen überbieten sie sich gegenseitig bei verbalen Attacken gegen Privatwaffenbesitzer.

Und was Ihr Beispiel Australien betrifft, möchte ich Sie bitten, folgenden wissenschaftlichen Artikel darüber zu lesen:
https://mpra.ub.uni-muenchen.de/40534/1 ... _40534.pdf

Nur ein kleiner Auszug aus dieser Abhandlung:
Homicide patterns (firearm and non-firearm) were not influenced by the NFA, the conclusion being that the gun buy-back and restrictive legislative changes had no influ-ence on firearm homicide in Australia.

NFA bedeutet "National Firearms Agreement" und war die Grundlage des Verbots und "Rückkaufs" bestimmter Waffentypen in Australien.

Mit freundlichen Grüssen,
...

Freundliche Grüsse,
fischeg4
4998


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 Betreff des Beitrags: Re: LESERBRIEFE
BeitragVerfasst: 21. Januar 2020, 19:52 
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Registriert: 4. Januar 2006, 21:32
Beiträge: 260
Bin gespannt, ob Frau Trost auf deine Fragen antwortet.

Auf meinen Leserbrief erwarte ich ja keine Antwort. Das ist ja nicht vorgesehen. Außerdem war er für die Krone ja auch nicht wichtig genug ihn erscheinen zu lassen.
Natürlich war ein Erscheinen ja von Beginn an fraglich, weil eine der Leserbriefregeln lautet: Kritisiere niemals das Medium an das du schreibst.


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